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NWZonline.de Region Friesland Politik

Flüchtlinge isoliert: Varelerin ist auch in der Corona-Krise für Flüchtlinge da

01.03.2021

Varel „Ich will einfach nur etwas zurückgeben“, sagt Suzkin Belal. Die 28-Jährige ist vor fünf Jahren als Flüchtling aus Syrien nach Varel gekommen und stand vor dem Nichts. Heute arbeitet sie im städtischen Kindergarten und fühlt sich mit ihrer Familie rundum glücklich in Varel. Einen großen Anteil daran hatten die Integrationslotsen, sagt die 28-Jährige. Darauf müssen die Flüchtlinge, die jetzt nach Varel kommen, wegen der Corona-Krise weitgehend verzichten. Zu den wenigen, die sich in der Krise ehrenamtlich um Flüchtlinge kümmern, gehört Suzkin Belal.

„Leiden besonders“

Sie unterstützt Rüdiger Drewes aus der Vareler Stadtverwaltung als Dolmetscherin und hilft den Flüchtlingen, soweit es ihr möglich ist, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden. „Die Flüchtlinge leiden besonders unter der Corona-Krise“, weiß Rüdiger Drewes, „coronabedingt sind Kontakte zu Integrationslotsen nicht mehr möglich, nur sehr wenige Integrationshelfer gehen jetzt noch in die Flüchtlingsfamilien“.

Suzkin Belal

Im Dezember 2015 flüchtete die damals 22 Jahre alte Suzkin Belal mit ihrem Mann und einem Kind vor dem Krieg aus Syrien nach Varel. In ihrer Heimat hat sie Englisch studiert, in der neuen Heimat Deutschland setzte sie erstmal alles daran, möglichst schnell Deutsch zu lernen. Unterstützt wurde sie dabei unter anderem von einer Integrationslotsin, die mehrmals in der Woche in die Familie kam.

Heute spricht Suzkin Belal perfekt Deutsch und arbeitet als Sozialassistentin im städtischen Kindergarten in Varel. Ab Sommer wird die 28-Jährige eine zweijährige Ausbildung zur Erzieherin anschließen. Sie hat mittlerweile drei Kinder und fühlt sich sehr wohl in Varel. Auch ihr Mann hat in der neuen Heimat Fuß gefasst: Er arbeitet in einem Vareler Unternehmen als Gabelstaplerfahrer.

Abgesehen von einigen Terminen im Rathaus seien die Flüchtlinge weitgehend auf sich gestellt. „In der Corona-Krise gibt es keine Möglichkeit der Integration“, sagt er, „es gibt keine Sprachkurse, die Kinder können nicht in den Kindergarten oder die Schule und mit anderen treffen und austauschen können sich die Flüchtlinge auch nicht“.

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Isoliert mit drei Kindern

„Es tut mir leid, wenn ich sehe, wie isoliert die Familien sind“, sagt Suzkin Belal. Eine der Familien, die sie unterstützt, ist gerade erst aus Syrien nach Varel gekommen und lebt mit ihren drei Kindern völlig isoliert. „Wir fühlen uns sehr allein“, sagt die Mutter Kanther Kahili, betont aber auch, wie froh sie ist, „jetzt hier in Sicherheit leben zu dürfen“.

Auf alles, was Suzkin Belal und ihrer Familie an Hilfe geboten wurde, als sie im Dezember 2015 nach Varel gekommen ist, müssen die in der Corona-Krise angekommenen Flüchtlinge verzichten.

Suzkin Belal hat bei ihrem Start viel Hilfe bekommen. 50 Integrationslotsen kümmerten sich 2015 auf dem Höhepunkt der Zuwanderung in Varel um die Flüchtlinge, es gab Sprachkurse, ein Integrationscafé, Nähkurse und vieles mehr für Flüchtlinge.

Die Integrationslotsen nahmen die Asylsuchenden damals in Empfang, brachten sie in die neuen Wohnungen, halfen bei Behördengängen sowie Bank- und und Arztbesuchen, zeigten ihnen, wie die Heizung funktioniert und wie sie ihren Müll trennen müssen. Mehrmals in der Woche bekam Suzkin Belal Besuch von einer Integrationslotsin. „Sie hat mich motiviert Deutsch zu lernen“, sagt die 28-Jährige, die mittlerweile perfekt Deutsch spricht.

Viele Hürden

Ihr tut es leid zu sehen, dass die neu angekommen Familien diese Hilfe nicht haben und auch mit vielen anderen Hürden klarkommen müssen. „Das soziale Kaufhaus und auch die Kleiderkammer sind geschlossen und Arzttermine zu bekommen ist auch sehr schwierig“, berichtet Suzkin Belal.

Traute Börjes-Meinardus Varel / Redaktion Friesland
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