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NWZonline.de Region Friesland Politik

Pestizid-Verbot für den Kreis Friesland

23.08.2018

Varel /Friesland Die Politik aus Friesland verpflichtet die Kreisverwaltung, auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Pestizide) zu verzichten. Das haben die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Abfall und Landwirtschaft am Dienstag in einem Beschlussvorschlag an den Kreistag bei vier Gegenstimmen entschieden. Damit wandelten sie bei ihrer öffentlichen Sitzung im Kreisdienstleistungszentrum Varel einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen leicht ab.

Dieser hatte vorgeschlagen, dass sich der Landkreis Friesland auf einer Karte des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) als „Pestizidfreie Kommune“ registrieren lässt. Dagegen sprach sich insbesondere Bernd Pauluschke aus Zetel (SPD) aus. „Wir wollen keine falsche Darstellung nach außen“, begründete er.

Schortens dabei

Im Landkreis Friesland hat sich bislang nur die Stadt Schortens beim BUND als „Pestizidfreie Kommune“ registrieren lassen. „In Schortens werden mit Beschluss bei der Pflege öffentlicher Flächen keine Pestizide eingesetzt. Wildkraut wird mechanisch beseitigt. Die Kommune übernimmt für Kleingärtner anfallende Kosten für Neupflanzungen von Obstbäumen bei Pilzbefall“, heißt es. Aus den Nachbarkreisen hat sich bislang nur Friedeburg angeschlossen: „Die Gemeinde Friedeburg verzichtet auf den Einsatz von Glyphosat.“

Karte unter

Karte unterwww.bund.net/umweltgifte/pestizide/pestizidfreie-kommune/

Denn der Begriff „Pestizidfreie Kommune“ erwecke den Eindruck, dass in Friesland überhaupt keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Und das sei falsch. „Unter anderem setzt die Bahn auf ihren Strecken durch unseren Kreis Pestizide ein“, erläuterte Bernd Pauluschke. Von der Verwaltung könne man dieses indes fordern.

Und diese praktiziert den geforderten sechs Punkte umfassenden Kriterienkatalog bereits, betonte Landrat Sven Ambrosy: „Wir werden durch den Beschluss aber aus der Freiwilligkeit herausgenommen.“ Denn der Landkreis verwende laut Ambrosy auf seinen Flächen, zum Beispiel Kompensationsflächen, Straßenbegleitgrün oder Beeten, seit Jahren kein Glyphosat oder ähnliche Pestizide mehr.

Und dazu soll der Landkreis verpflichtet werden:
 Ab sofort dürfen auf allen kommunalen Flächen (Kulturland sowie Nichtkulturland) keine chemisch-synthetischen Pestizide eingesetzt werden.
 Private Dienstleistungsunternehmen, die den Auftrag zur Pflege öffentlicher Flächen erhalten, werden ebenfalls zu einem Pestizidverzicht verpflichtet.
 Bienen- und Insektenfreundliche Blühflächen und Projekte werden initiiert.
 Bei der Verpachtung kommunaler Flächen für eine landwirtschaftliche Nutzung wird ein Verbot des Einsatzes von Pestiziden im Pachtvertrag verankert. „Wir haben nicht viele solcher Flächen, aber auf denen wird es bereits gemacht“, sagte Landrat Ambrosy.
 Private Firmen mit kommunaler Mehrheitsbeteiligung werden zur pestizidfreien Bewirtschaftung aufgefordert. „Die, die es noch nicht machen, weisen wir dazu an“, versprach Ambrosy, „die anderen praktizieren dies bereits auf freiwilliger Basis.“
 Bürger werden über die Bedeutung von Biodiversität in der Stadt informiert und bekommen gleichzeitig Möglichkeiten zum Schutz von Bestäubern wie Bienen und Wildbienen sowie giftfreie Maßnahmen beim Gärtnern aufgezeigt.

Landrat Ambrosy versprach, für diese Kriterien auch in den Städten und Gemeinden des Kreises Friesland zu werben: „Ich werde das bei der nächsten Bürgermeisterkonferenz ansprechen.“ In Varel verwenden die Stadtbetriebe schon jetzt keine Pestizide oder Glyphosat. „Wir setzen auf Jäten und Wildkrautbürsten, was allerdings zeit- und arbeitsintensiv ist“, sagte Bürgermeister Gerd-Christian Wagner im großen Sommer-Interview mit dem „Gemeinnützigen“.

Olaf Ulbrich
Redaktionsleitung Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2501

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