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NWZonline.de Region Friesland Politik

Genderneutrale Sprache setzt sich durch

29.01.2019

Varel Hannover hat’s vorgemacht: Die Landeshauptstadt hat Ende der vergangenen Woche einen verbindlichen Leitfaden für sogenannte genderneutrale Sprache für ihre Mitarbeiter – oder besser: Mitarbeitenden – herausgebracht. Denn genau darum geht es: Es werden Formulierungen gesucht, mit denen sowohl männliche als auch weibliche Menschen und außerdem solche angesprochen werden, die weder das eine noch das andere sind. Aus Radfahrern werden so Radfahrende, aus dem Bauleiter wird die Bauleitung, aus Lehrern Lehrende.

Der Sprachleitfaden sorgte zugleich aber für Kritik und Gespött. Die Kommentare reichen von „Unsinn“ bis „übertrieben“ und manch einer fordert, dass dann konsequenterweise aus den Hannoveranern auch „Hannoverierende“ werden müssten.

Aber wie sieht es in Varel aus? Wie halten es die öffentlichen Stellen hier mit der genderneutralen Sprache?

„Mittlerweile gibt es in allen schriftlichen Unterlagen der Stadt die männliche und die weibliche Ansprache“, erklärt Brigitte Kückens, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Varel auf Nachfrage des „Gemeinnützigen“. Aber auch daran musste man sich offenbar erst gewöhnen, denn vor etwa 15 Jahren sei der Vorschlag von Brigitte Kückens, beide Ansprachen zu verwenden, im Rathaus noch belächelt und mit Verweis auf sprachliche Vereinfachung abgelehnt worden.

„Aber jetzt hat sich das durchgesetzt und ist Praxis geworden“, sagt Kückens. „Das ,Bürger und Bürgerinnen‘ geht heute jedem selbstverständlich über die Lippen.“ Bei öffentlichen Ausschreibungen sei es ohnehin Pflicht.

Ob es noch einen Schritt weiter gehen sollte und man auch in Varel künftig von „zu Fuß Gehenden“ statt von Fußgängern sprechen soll? „Das ist schwierig. In diesem Fall würde ich es als übertrieben empfinden“, sagt Kückens. Andererseits setze sich der Begriff „Studierende“ für Studenten immer weiter durch. „Natürlich ist es unbequem so etwas umzusetzen. Aber ich erlebe es nicht so, dass es hier auf völlige Ablehnung stößt.“

„Überrascht“ sei die Gleichstellungsbeauftragte daher auch von der Äußerung des Ammerländer Landrats Jörg Bensberg gewesen. Der hatte erklärt, dass man wichtigere Probleme zu lösen habe, als sich „mit solch einem Unsinn“ zu befassen.

Auch bei der Polizei werden grundsätzlich beide Geschlechter angesprochen, erklärt Andrea Papenroth, Sprecherin der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland. Schwierig wird es aber zum Beispiel bei Zeugenaufrufen: Wenn niemand weiß, ob es einer oder mehrere oder ob es Männer oder Frauen waren, die eine Straftat begangen haben, schreibt die Polizei ganz allgemein von „Tätern“. „Wir versuchen da immer möglichst allgemein zu bleiben, um niemanden zu diskriminieren“, sagt Papenroth. Auf der anderen Seite: Wenn der Täter oder die Täterin bekannt ist, wird er auch so benannt. Formulierungen wie „Einbrechende“ gebe es nicht.

An die Grenzen der Genderneutralität kommt die Polizei schnell beim Kurznachrichtendienst Twitter. Da sind schließlich nur 280 Zeichen erlaubt – was oft nur Platz für eine Variante lässt. „Dann verlinken wir aber auf die vollständige Mitteilung in unserem Presseportal“, erklärt Papenroth.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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