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NWZonline.de Region Friesland Politik

Bürgermeister in Varel für fünf Minuten

15.06.2018

Varel /Jeringhave Die Nachricht schlug kurz vor der Sitzung des Planungsausschusses ein wie eine Bombe: Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner gibt gleich sein Amt ab, wurde in den Gängen des Rathauses II in Langendamm geraunt. Und tatsächlich: Wenig später übergab er die Stadtschlüssel an Mario Schendzielorz. Unterstützt wurde er von Olaf Würdemann.

Die beiden Männer sind Mitarbeiter der GPS-Werkstatt für behinderte Menschen in Jeringhave. Ihr Traum war es, einmal Bürgermeister zu sein. Und diesen erfüllte ihnen Gerd-Christian Wagner bereitwillig – zumindest für fünf Minuten.

Mit einem beherzten „Moin“ begrüßte Olaf Würdemann die Vertreter der Verwaltung und die Kommunalpolitiker im Ausschuss. Dazu benutzte der im Rollstuhl sitzende neue „Chef“ einen Sprachcomputer. „Ich freue mich, dass Sie da sind“, sagte Gerd-Christinan Wagner.

Dann ergriff auch Mario Schendzielorz das Wort. „Vielen Dank, dass ich das hier mal machen darf“, sagte er und appellierte an den Ausschuss, die Entscheidungen „in aller Gemeinschaft“ zu fassen. Doch er hatte auch Themen mitgebracht, die ihm selbst sehr am Herzen liegen. So fragte er den – pausierenden – Bürgermeister, wie es um die Planungen zu einer neuen Umgehungsstraße von Varel steht. „Auf der Bundesstraße herrscht manchmal Chaos“, hat Mario Schendzielorz festgestellt: „Dort fahren immer mehr Autos.“

Zudem machte er sich sehr für die Inklusion stark. „Inklusion heißt, gemeinsam etwas zu machen“, betonte Schendzielorz, der in der Einrichtung der Gemeinnützigen Gesellschaft für paritätische Sozialarbeit (GPS) in Jeringhave als 2. Vorsitzender des Werkstattrates fungiert. Er forderte dazu auf, die Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind: „Das ist manchmal nicht der Fall.“ Dafür bekam er viel Beifall. Danach übernahm Gerd-Christian Wagner wieder die Amtsgeschäfte.

Begleitet wurden Mario Schendzielorz und Olaf Würdemann von einem Filmteam unter der Leitung der Journalistin Carola Schede aus Neuenburgerfeld. „13 Mitarbeiter wurden gefragt, was sie sich wünschen würden, wenn sie einen Tag lang machen können, was sie wollen“, erläuterte Heike Sander, Leiterin der Werkstatt, das Projekt ihrer Einrichtung. Dabei seien ganz unterschiedliche Ergebnisse zu Tage getreten. „Es gab jemanden, der wollte Schiffskapitän werden, eine Frau wünschte sich etwas mit Liebe und Tanz“. Mehr wollte Heike Sander aber noch nicht über den Film verraten.

Von souveränen Auftritt der zwei Männer aus Jeringhave begeistert zeigten sich die Politiker und auch Bürgermeister Wagner: „Ich bin froh, dass ein solcher Film entsteht und war beeindruckt, wie gut Mario über unsere Stadt informiert war. Er hat seine Rolle perfekt gespielt. Ich treffe ihn häufig beim Handball und sehe ihn jetzt mit ganz anderen Augen.“ Wann der Film gezeigt wird, steht noch nicht fest. „Es steckt noch eine Menge Arbeit und Anstrengung drin“, sagt Heike Sander.


Ein Film-Beitrag unter:   www.nwzonline.de/videos 
Video

Olaf Ulbrich
Redaktionsleitung Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2501

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