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NWZonline.de Region Friesland Politik

Sie machen jeden satt

23.01.2019

Varel „Grünkohl mit allem Drum und Dran“ wird an diesem Samstag im Integrationscafé in Varel aufgetischt. Es gibt nur eine Voraussetzung, um sich an den Tisch setzen zu dürfen und das kostenlose Essen zu genießen: „Jeder, der hungrig ist, darf kommen“, sagt Helgard Forche, die den Grünkohl servieren wird. Die 56-jährige Varelerin gehört zum Team des „heißen Tellers“, das für die Aktion „Mensch des Jahres“ von Nordwest-Zeitung und Oldenburgischer Landesbank vorgeschlagen wurde.

Der Vareler Ratsherr Alexander Westerman hat die Aktion im November 2017 ins Leben gerufen, um Menschen eine warme Mahlzeit und die Gelegenheit zum Gespräch zu bieten. Und das auch aus einem persönlichen Grund: Der 43-Jährige war alkoholabhängig und befand sich ganz unten. Nach einem Krankenhausaufenthalt im April 2016 schwor er sich, keinen Tropfen Alkohol mehr anzurühren, sein Leben umzukrempeln und sich für die Gesellschaft zu engagieren. Er kandidierte bei der Kommunalwahl und wurde im September 2016 als parteiloser Kandidat in den Vareler Stadtrat gewählt.

Heißer teller

Der nächste heiße Teller wird am Samstag, 26. Januar, von 10 bis 15 Uhr im Integrationscafé am Schlossplatz in Varel angeboten. An diesem Samstag gibt es Grünkohl. Vor und nach dem Essen wird auch Kaffee ausgeschenkt und Gelegenheit zum Gespräch geboten. Im Nebenraum wird wieder ein Tisch mit gespendeter Kleidung aufgebaut, an dem sich die Besucher mit warmer Kleidung sowie Bettwäsche und Handtüchern bedienen können.

Willkommen ist beim „heißen Teller“ im Integrationscafé jeder, der hungrig ist, ob Obdachloser oder derjenige, der nach dem Einkaufsbummel Lust auf etwas Warmes und anregende Gespräche hat.

Zum 18. Mal findet die Aktion „heißer Teller“ am Samstag statt. An jedem letzten Samstag im Monat kochen Alexander Westerman und Helgard Forche für etwa 20 Besucher. Anfangs haben sie die Lebensmittel aus eigener Tasche bezahlt, mittlerweile wird die Aktion mit Spenden finanziert.

„Ich war so dankbar und wollte was zurückgeben“, sagt der 43-Jährige. Er kam auf die Idee, an jedem letzten Samstag im Monat einen „heißen Teller“ im Integrationscafé anzubieten. Der Termin ist bewusst gewählt: „Am Ende des Monats ist bei vielen das Geld knapp“, weiß er.

In der Vareler Altenpflegerin Helgard Forche fand er eine Mitstreiterin und seitdem kochen die beiden einmal im Monat 20 Portionen leckeres Essen. „Es kommt die von Altersarmut betroffene Seniorin ebenso wie der Alleinerziehende oder der Obdachlose“, berichtet Alexander Westerman.

Aber auch alle, die nicht bedürftig sind, dürfen mitessen. „Es kann jeder kommen, der hungrig ist und sich nicht zu fein dafür ist, sich auch mit Obdachlosen an den Tisch zu setzen“, sagt Helgard Forche und berichtet von anregenden Gesprächen beim „heißen Teller“: „Das öffnet den Horizont.“

Auch an Heiligabend waren die Aktiven des „heißen Tellers“ im Einsatz und haben rund um den geschmückten Tannenbaum mit den Gästen Rouladen gegessen, die Alexander Westerman gekocht hatte.

Mittlerweile kann er auf ein Team von etwa zehn Mitstreitern zählen. Der Jüngste ist der 16-jährige Luc Krenzel. Er packt immer mit an, wenn der „heiße Teller“ serviert wird. Der Schüler macht wie alle anderen Aktiven vom „heißen Teller“ nicht viel Aufhebens um sein Engagement. „Ich bin eben einer, der gerne hilft“, sagt Luc.

Eine Jury wählt die Sieger aus

Als Kandidaten vorgestellt wurden Rita Schuster, Sarah Bieschke, Renate Luikenga, Christel Spitzer, Klaus Leiter, Peter Holm, Florian Driebolt sowie als Gruppen die Mitarbeiter der Werkstatt Jeringhave, die Archivare des Heimatvereins Varel und die Kameraden der Vareler Feuerwehr.

Beim Jahresempfang der NWZ am 11. Februar im Waisenhaus Varel sollen die Männer und Frauen geehrt werden, die sich im Alltag, im Verein oder im Ehrenamt durch besonderes Engagement verdient gemacht haben. Die Jury bestehend aus Olaf Ulbrich, Redaktionsleiter des „Gemeinnützigen“, OLB-Direktorin Rebekka Burmester und Mühlenkönigin Kerstin Ligthart wählen die Sieger aus.

Nominierungen von Kandidaten sind nicht mehr möglich. Die Frist endete am 18. Januar.

Traute Börjes-Meinardus Varel / Redaktion Friesland
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