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NWZonline.de Region Friesland Politik

Bahnhofbrücke wird zum Fall für „Extra 3“

15.02.2019

Varel Das jahrelange Warten auf einen barrierefreien Übergang am Vareler Bahnhof wird zum Fall für die Satire-Show „Extra 3“. Die Sendung war zunächst für den 20. Februar um 22.50 Uhr im NDR angekündigt, allerdings wurde der Beitrag nun auf eine spätere Ausgabe verschoben. „Gewissermaßen ist das eine Fortsetzungsgeschichte“, sagt Kreistagsabgeordneter Iko Chmielewski von der Wähleraktion Menschenmüll, der für Extra 3 vor der Kamera stand. Denn: Schon im März 2008 drehte das Satire-Magazin einen Beitrag über den Vareler Bahnhof und darüber, wie Menschen, die nur eingeschränkt mobil sind, an den Treppen der Bahnsteigbrücke scheitern.

Chronik einer Bahnposse

2008 wird der ebenerdige Übergang am Vareler Bahnhof, der bislang von vielen Bahnfahrern genutzt wurde, aus Sicherheitsgründen abgerissen. Wer mit dem Zug auf Gleis 2 oder 3 ankommt, kann nur noch die Treppen der Bahnsteigbrücke benutzen.

2010 stellte die Bahn erstmals Planungen vor, die Brücke anzuheben und mit Fahrstühlen auszustatten. Geplanter Baubeginn: 2012/2013.

2015 versprach der damalige Bahnchef Dr. Rüdiger Grube, dass die Brücke saniert und 2016 mit dem Bau begonnen werde.

2016 verspricht Bahnchef Grube: „Am 1. Advent 2018 ist der Vareler Bahnhof barrierefrei.“

2017 schreibt die Bahn die Brückenanhebung aus. Das einzige Angebot ist ihr zu teuer. Seitdem verfolgt die Bahn einen Abriss der Brücke.

„Die Bahn möchte auf Kosten der Leute Geld sparen und die Verhandlungen um den Denkmalschutz ziehen das Ganze jetzt noch einmal in die Länge“, sagt Iko Chmielewski. „Das ist eine Sauerei.“ Die Bahn habe jetzt vor allem die Elektrifizierung der Strecke im Sinn. „Da geht es schließlich auch um Geld. Aber bis es dann einen barrierefreien Zugang gibt, kann es sich dann wieder Jahre ziehen.“

Eine zweite Auflage gibt es im Übrigen nicht nur von den NDR-Satirikern, sondern auch von verärgerten und protestierenden Varelern. Ende Dezember 2012 gab es eine große Demonstration mit rund 150 Varelern, die lautstark darauf aufmerksam machten, dass der Zustand am Vareler Bahnhof mit seiner mangelnden Barrierefreiheit nicht mehr haltbar ist. Der heutige niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) nannte das Verhalten der Bahn schon damals eine „Unverschämtheit“.

Jetzt ruft die Jugendorganisation der Vareler SPD, die AG Jusos Varel, erneut zu einer Demonstration auf – weil sich in den immerhin sieben Jahren seit der letzten Demo nichts getan hat. Die Protestaktion ist geplant für Donnerstag, 28. Februar, um 15.30 Uhr am Vareler Bahnhof. „Als Fortsetzung der Demonstration im Jahr 2012 werden wir die Deutsche Bahn an ihre Verantwortung allen Reisenden gegenüber erinnern und eine zeitnahe Lösung einfordern“, heißt es in der Ankündigung der Organisatoren der Demonstration. Erwartet werden auch Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner und die Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller (beide SPD).

Ursprünglich wollte die Bahn die Bahnsteigbrücke am Vareler Bahnhof um 80 Zentimeter anheben, damit die geplanten Oberleitungen dort drunter passen. Nach der Ausschreibung lag ein Angebot in Höhe von 4 Millionen Euro vor – zu teuer für die Bahn. Einfach abreißen kann sie die Brücke aus Kaisers Zeiten aber auch nicht, denn das Bauwerk steht unter Denkmalschutz.

Nun argumentiert die Bahn, dass ein Anheben der Brücke technisch nicht möglich sei. So könnte der Denkmalschutz umgangen und die Brücke letztlich doch abgerissen werden. Der jüngste Vorschlag der Bahn sieht vor, den mittleren Teil der Brücke abzureißen und einen neuen Übergang hinter der bisherigen Brücke zu bauen. Die historischen Treppenaufgänge könnten so weiterhin genutzt werden, an dem Neubau hätten dann auch Fahrstühle Platz.

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Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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