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NWZonline.de Region Friesland Politik

Weihnachtliche Grüße aus Ägypten

06.12.2017

Varel Wer hätte gedacht, dass der Weihnachtsmann auch in der Wüste mit dickem, roten Mantel, Kapuze und Rauschebart unterwegs ist? Zumindest ist er so auf einer Weihnachtskarte zu sehen, die Carl Bredehorn aus Bockhorn 1947 aus Ägypten an seine Tochter Irmgard schickte. Heute befindet die Karte sich im Besitz seiner Enkelin Marlis Speckels aus Obenstrohe. Das Besondere an der Karte, außer, dass sie aus Ägypten losgeschickt wurde: Die Aufnahme, die die Karte ziert, stammt aus einem Kriegsgefangenenlager der Briten. Das Foto wurde dort geschossen und entwickelt.

Die Gefangenen dort hatten ihr eigenes Fotolabor. Gegründet hat das der Vareler Claus Soltau gemeinsam mit 15 anderen Insassen. Das Lager, Camp 307, lag am Großen Bittersee in der Nähe von Fanara. Die Briten genehmigten den Gefangenen das Fotolabor mit Fotoladen und verdienten daran sogar mit: Die Kommandantur wurde über eine Provision am Umsatz beteiligt. Die Fotografen und -laboranten kümmerten sich um alles Mögliche, lichteten die Gefangenen an ihren Geburtstagen ab, machten Passbilder von ihnen, fotografierten Taufen und Hochzeiten – oder machten eben Bilder für Weihnachtskarten, für die sie offenbar extra ein eigenes Weihnachtsmannkostüm schneiderten.

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Wenn Sie auch eine besondere Weihnachtskarte haben, die zum Beispiel besonders alt oder unter ungewöhnlichen Umständen entstanden ist, kommen Sie in die Redaktion des „Gemeinnützigen“ an der Schlossstraße 7 in Varel und erzählen Sie uns die Geschichte dazu. Sie können uns auch ein Bild der Karte mit der Geschichte per E-Mail senden an red.varel@nwzmedien.de

Carl Bredehorn war während des Krieges bei der Kriegsmarine auf einem U-Boot im Einsatz und geriet 1944 in Italien in britische Kriegsgefangenschaft. Zuerst kam er in das Lager 307, später wurde er ins Lager 380 überstellt, das ganz in der Nähe lag.

Am 16. November 1947 schickte er die Karte mit dem Weihnachtsmann und dem Jungen an seine Familie in Bockhorn. Auf die Rückseite schrieb er an seine damals neun Jahre alte Tochter: „Am Suez, den 16.11.1947 Liebe Irmgard! Herzliche Weihnachtsgrüße aus Afrika sendet Dir Dein Vater“. Anfang September 1948 war für ihn der Aufenthalt in dem Kriegsgefangenenlager vorbei und er kam zurück zu seiner Familie – kurz vor seiner Silberhochzeit am 2. November.

Ein Nachbar habe seiner Frau, Anna Bredehorn, damals gesagt, dass ihr Mann am Bahnhof sitze, erzählt Marlis Speckels. Die machte sich dann mit Tochter Irmgard auf den Weg, um ihn abzuholen.

„Die Weihnachtskarte war für meine Mutter immer so etwas wie ein Heiligtum“, sagt Marlis Speckels. Sie wurde in einer Schublade aufbewahrt und man musste immer sehr vorsichtig damit umgehen. Und danach musste sie natürlich wieder ordentlich zurückgelegt werden.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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