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NWZonline.de Region Friesland Politik

Kandidaten streiten um Verkehrskonzepte

26.08.2017

Varel /Schortens Wie kann man den Verkehr in Friesland entlasten? Besonders Varel ächzt unter dem Durchgangsverkehr, viele Lastwagen, die vom Wesertunnel kommen, machen sich auf den Weg direkt durch die Stadt; auf der Oldenburger Straße, an der Autos am Rand parken, wird es oft eng. Nicht umsonst war deshalb das Thema Verkehr und Infrastruktur eines der Themen bei der gemeinsamen Podiumsdiskussion der Nordwest Zeitung, Wilhelmshavener Zeitung und Radio Jade. Welche Ideen haben die Bundestagskandidaten zur Lösung des Problems?

Die geplante Umgehungsstraße für Varel sei nicht priorisiert, sagte Siemtje Möller, Kandidatin der SPD. Mittel dafür stünden noch nicht zur Verfügung. Es gebe aber noch andere Wege, um das Problem anzugehen. „Man könnte zum Beispiel eine Mautstation versetzen, so dass der Verkehr nicht mehr durch die Stadt muss“, schlägt die Kandidatin vor. Denkbar wäre auch eine Gewichtsbegrenzung für die Oldenburger Straße, damit LKW dort nicht mehr fahren dürfen. Das seien einfache Möglichkeiten, um den Verkehr in Varel zu entlasten.

Auch die A 20 könnte Entlastung bringen. Viele lehnen die neue Autobahn aber auch ab. Braucht man die A 20 überhaupt? Achim Postert von der AfD sagt ganz klar „Ja“. Man müsse abwägen zwischen Naturschutz und Verkehrsanbindung. „Die A 20 ist eines der wichtigsten Projekte, auch um den Jade-Weser-Port (JWP) anzuschieben“, sagte Postert. Er geht noch weiter und kann sich sogar einen neuen Kanal zwischen JWP und Weser vorstellen, um die Weser für die Binnenschifffahrt zu nutzen.

Den JWP sieht Hans-Werner Kammer (CDU) auf einem guten Weg. „Der Jade-Weser-Port ist nicht der Finanzflop des Jahrhunderts“, sagte er. Im Gegenteil komme der Tiefwasserhafen bald an seine Kapazitätsgrenze. „Der JWP läuft dramatisch voll, wir müssen die Erweiterung in Angriff nehmen.“ Schließlich sei der JWP der einzige deutsche Hafen, den große Containerschiffe voll beladen anfahren können.

Gänzlich gegen die A 20 stellt sich dagegen Alexander von Fintel (Grüne). Schließlich würde dadurch das alte Kasernengelände in Friedrichsfeld als Ausgleich zur Naturschutzfläche, Bürger würden ausgesperrt. „Man muss verstehen, wie das zustande kommt“, sagte von Fintel. Aus einem „riesen Topf“ werde Geld für Straßen ausgegeben, ob man will oder nicht. „Die Frage lautet: Autobahn ja oder nein? Wenn nein, wird sie woanders gebaut, aber wenn jemand fragen würde: ,Hier sind acht Milliarden Euro. Was willst du damit machen?‘ würden die Wenigsten antworten: ,Autobahn‘.“

Um insgesamt weniger Autos auf den Straßen zu haben, könnte auch der Öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) gestärkt werden – auch weil es in Friesland immer mehr Pendler gibt. Laut Dr. Holger Onken (Linke) ist das eine Frage der Finanzierung. „Es fahren zu wenig Busse und die Taktung ist zu gering. Um das zu ändern, müssen wir Geld in die Hand nehmen“, sagte er. Das gehe aber nur über eine Vermögenssteuer. „Aber alle anderen Parteien weigern sich die Finanzierung anzugehen. Es fehlt der politische Wille.“

Ganz kostenlos sollte der ÖPNV laut Conrad-Lüder von Pentz (MLPD) sein. „Der Individualverkehr verursacht viel zu hohe Kosten“, sagte er. Zudem forderte er, die Verantwortlichen hinter dem Dieselskandal hart zu bestrafen.

Hendrik Theemann (FDP) setzt dagegen auf digitale Vernetzung. Mit Hilfe von Apps könnte man einen bedarfsgerechten ÖPNV einrichten. Eine weitere Möglichkeit: „Durch Telearbeit kann man es schaffen, dass weniger Leute auf der Straße unterwegs sind.“

Andreas Tönjes (Die Partei) lobte die Investition in den Ausbau der Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven. Er wünschte sich dort eine bessere Taktung der Fahrten. „Das macht uns von der Autoindustrie unabhängiger.“ Zudem verwies er darauf, dass für viele junge Leute das Auto kein Statussymbol mehr sei.


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Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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