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NWZonline.de Region Friesland Politik

Außenminister macht in Varel dicke Backen

13.09.2017

Varel Da musste Sigmar Gabriel ganz dicke Backen machen: Kräftig pustete der SPD-Politiker am Dienstagvormittag die Kerzen auf seinem Geburtstagskuchen aus. „Herzlichen Glückwunsch, Herr Bundesaußenminister“ stand in Schokoladenschrift auf der roten Torte. Darunter ein weißes Flugzeug.

58 Jahre alt wurde Gabriel, der zu einer Stippvisite ins Waisenhaus kam. Auf Einladung der SPD-Bundestagskandidatin Siemtje Möller aus Varel stellte er sich in einem exklusiven Pressegespräch den Fragen zu den Themen Außen- und Sicherheitspolitik sowie Integration. Zeit zu einem „Bad in der Menge“ hatte der Minister nicht. Ganz zum Ärger vieler Bürger.

„Warum ist das denn nicht öffentlich?“, fragte beispielsweise Luca Schultz via der Facebook-Seite des „Gemeinnützigen“. Der Grund: Der Termin wurde sehr kurzfristig angesetzt und war erst am Montagnachmittag fix. „Der einzige Tag, den ich bis zur Wahl noch frei hatte, war mein Geburtstag“, sagte Sigmar Gabriel. Und den verbrachte er zu einem Frühstück in Varel.

Auch weil er ein Versprechen einlösen wollte. Denn Anfang August hatte er seinen Wahlkampf-Auftritt in Friesland abgesagt. „Ich bin wegen des fürchterlichen Anschlags in Barcelona nach Spanien gereist, um die Verletzten zu besuchen“, sagte der Genosse: „Aber ich wollte den Termin hier unbedingt nachholen.“ Der für den 16. September im Lockschuppen in Jever angesetzt Ersatztermin findet wegen der Entwicklung in Nordkorea indes nicht statt.

Offen beantwortete der Außenminister dann zahlreiche Fragen, die sicherlich auch viele Bürger unter den Nägeln brennen. Unter anderem zum Thema Bundeswehr. „Die Standorte in der Region sind sicher“, sagte Gabriel und fordert eine bessere Ausstattung der Truppe: „Da wurde zu lange zu zaghaft rangegangen.“ Das nahm Frieslands Landrat Sven Ambrosy sofort auf und erwiderte: „Alle drei Standorte warten auf Investitionen.“

Sigmar Gabriel schrieb zum Abschied einen Spruch ins Goldene Buch der Stadt Varel. BILD: Olaf Ulbrich

Zweiter Eintrag ins Goldene Buch der Stadt

Zum Abschluss seiner Stippvisite trug sich Sigmar Gabriel ins Goldene Buch der Stadt ein. „Herzlichen Dank für den freundlichen Empfang und alles Gute für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt“, schrieb der Außenminister.

Am 9. Januar 2003 hatte er sich erstmals in das Goldene Buch eingetragen. Damals mit Foto. „Sie haben sich kaum verändert“, sagte Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner.

Auch weitere Auslandseinsätze schloss der Außenminister nicht aus. „Es gibt Situationen, in denen die Weltgemeinschaft militärisch eingreifen muss“, sagte er: „Aber die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee und beteiligt sich nur, wenn die Einsätze völkerrechtlich abgesichert sind.“

Im Zusammenhang mit dem Konflikt mit Nordkorea warnte Sigmar Gabriel vor der zunehmenden Weiterverbreitung von Atomwaffen. Um gegenzusteuern, sprach er sich für eine neue Entspannungspolitik mit Russland aus. Die von US-Präsident Donald Trump geforderte Erhöhung des Militäretats sei nicht zielführend. „Eine Verdoppelung des Bildungsetats ist besser als die Verdoppelung des Rüstungsetats.“

Zudem setzte sich Gabriel für die Verbesserung der Lebensbedingungen im ländlichen Raum ein sowie die Integration von Flüchtlingen. Sein Wunsch: „Ich würde den Kommunen bei dieser Aufgabe unter die Arme greifen und ihnen das Doppelte geben, als das, was sie für die Integration brauchen.“ Das kam bei Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner und dem Landrat gut an. Friesland hat laut Sven Ambrosy 3000 Flüchtlinge aufgenommen – bei einer Zahl von knapp 100 000 Einwohnern.

Nach 80 Minuten und dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt reiste Sigmar Gabriel wieder ab. Zur Geburtstagsfeier zu Hause in Salzgitter. „Meine Frau arbeitet heute bis Mittag. Deshalb will ich bis dahin zu Hause sein. Und das schaffe ich auch.“


Ein Film vom Besuch unter   www.nwzonline.de/videos 
Mehr Bilder unter P    Interview, Politik Seite 4   www.nwzonline.de/fotos/friesland 
Video

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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