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NWZonline.de Region Friesland Politik

„Versöhnung über den Gräbern“

22.10.2008

UPJEVER /KAUNAS Der Frieden ist zerbrechlich – das zeigen die zahlreichen Kriege und Konflikte in aller Welt. Auch die Bundeswehr ist zunehmend in Krisengebieten auf aller Welt im Einsatz.

Das auf dem Fliegerhorst Upjever stationierte Objektschutzregiment der Luftwaffe „Friesland“ stellt u. a. Einsatzkräfte für die gefährliche ISAF-Mission in Afghanistan und verfügt somit über viel Erfahrung mit Auslandseinsätzen.

Der Auslandseinsatz, der jetzt zwölf Angehörige des Regiments nach Litauen führte, war für die Objektschützer dennoch eine Premiere. Die Soldaten reisten unter Führung von Hauptmann Karsten Senne erstmals im Auftrag des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge nach Litauen, um dort zwei Wochen lang Kriegsgräber zu pflegen (die NWZ berichtete).

Ihre „Mission“ erfüllten die Soldaten so gut, dass sie jetzt von dem Verband besonders geehrt wurden. „Ihr Einsatz war beispielhaft“, sagte Rainer Grygiel, bei der Deutschen Kriegsgräberfürsorge zuständig für die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, in einer kleinen Feierstunde auf dem Fliegerhorst Upjever. Grygiel und die Geschäftsführerin des Bezirksverband Weser-Ems, Margret Schubert, zeigten sich nicht nur angetan von der Arbeit der Soldaten vor Ort und deren Auftreten als Botschafter Deutschlands, sondern auch von der Aufarbeitung des Einsatzes nach der Rückkehr. So hatten die Objektschützer u. a. einen Film über den Einsatz zusammengestellt, der laut Grygiel „Vorbildcharakter“ hat.

In der Feierstunde, an der auch Frieslands Landrat Sven Ambrosy, Jevers Bürgermeisterin Angela Dankwardt, Anja Müller von der Stadt Schortens sowie Regimentskommandeur Oberst Karl-Heinz Kubiak teilnahmen, hob Grygiel die besondere Bedeutung von Einsätzen der Kriegsgräberfürsorge in ehemaligen Ostblockländern hervor. Die „Versöhnung über den Gräbern“ sei ein wichtiger Beitrag zur Friedensstiftung und Völkerverständigung.

„Wer hätte gedacht, dass deutsche Soldaten in Litauen arbeiten können“, betonte Margret Schubert. Und Sven Ambrosy betonte, dass angesichts der immer geringer werdenden Zahl von Zeitzeugen die Friedenserziehung an Bedeutung gewinne: „Das macht die Arbeit der Kriegsgräberfürsorge so wichtig“, so Ambrosy, der dem Verband auf Kreisebene vorsteht.

Die Soldaten haben bei Kaunas in Litauen u. a. einen verwahrlosten Friedhof aus dem Ersten Weltkrieg mit Kreuzen und Begrenzungspfählen sichtbar gemacht und auf einem Friedhof aus dem Zweiten Weltkrieg die Anlagen gepflegt und Fundamente für Gedenksteine angelegt. Dabei haben sie auch selbst Eindrücke gesammelt, die haften bleiben. „Auffallend war das oft jugendliche Alter der Gefallenen“, berichtete Stabsfeldwebel Reiner Peters. Er habe seinen jungen Kameraden deshalb immer wieder gesagt, sie sollten die Kreuze nicht nur reinigen, sondern auch die Inschriften lesen.

Der Einsatz in

Litauen dauerte zwei Wochen

Ulrich Schönborn Chefredakteur (komm./ViSdP) / Chefredaktion
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