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NWZonline.de Region Friesland Politik

Selbstversuch In Sande: Ratsmitglieder für Experiment im Rollstuhl

01.04.2017

Sande „Man fühlt sich richtig ausgeliefert und hilflos“, sagt Isabel Bruns. Zum ersten Mal in ihrem Leben sitzt die Sander Ratsfrau in einem Rollstuhl, kommt ohne fremde Hilfe nicht vorwärts. Auch für die Grünen-Ratsfrau Kirstin Pöppelmeier und Sandes Bürgermeister Stephan Eiklenborg ist die Ausfahrt im Rollstuhl buchstäblich eine völlig neue Erfahrung: „Man sieht Sande tatsächlich aus einem völlig anderen Blickwinkel“, so der Bürgermeister. „Auch die Fahrzeuge nimmt man aus dieser Position anders wahr. Man kann einfach nicht so schnell reagieren.“

Allen Bürgern, die sich am Donnerstagabend gewundert haben mögen, dass der Bürgermeister und einige Ratsvertreter im Rollstuhl saßen und gar Schlimmes befürchteten, sei gesagt: Allen geht’s gut. Die Tour durch Sande mit Rollstuhl und Rollator war ein Experiment. Ein Selbstversuch. Angeregt hatte dies im Fachausschuss kürzlich Kirsten Pöppelmeier von den Grünen, „um mal ein Gefühl dafür zu bekommen, mit welchen Problemen ältere und nicht mehr so mobile Menschen zu tun haben, wenn sie sich auf Straßen und Wegen in Sande bewegen“. Die Rollstühle und Rollatoren stellte den Ratsvertretern das Pflegeheim an der Graft zur Verfügung.

Eigene Erfahrung

„Wir reden in der Politik so oft und so viel über Barriere­freiheit und haben doch keine genaue Vorstellung davon, womit Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer im Alltag zu kämpfen haben“, sagt CDU-Ratsmitglied Reinhard Oncken aus Neustadtgödens. „Wir sind glücklicherweise noch alle mobil und gut zu Fuß. Mit dieser Aktion wollen wir einen Eindruck davon bekommen, worauf wir bei Entscheidungen, wenn es um den Bau von Straßen und Wegen geht, besser achten müssen.“

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Die Gruppe ist erst ein paar Meter unterwegs, da stoppt sie das erste Hindernis: Zwei große auf dem Gehweg platzierte Altpapiercontainer versperren den Weg.

Die ungewöhnliche Aktion findet bei Bürgern, die tatsächlich auf Rollatoren angewiesen sind, eine positive Resonanz: „Es ist gut, dass die Politiker das mal am eigenen Leibe erfahren“, meint Helga Ricks. Die Seniorin ärgert sich über hohe Bordsteinkanten oder auch über leichte Wölbung in den Gehwegen, die zwar den Regen gut abfließen lassen, das Vorankommen mit dem Rollator aber nicht unbedingt erleichtern.

Gut eine Stunde lang bewegen sich die sieben Ratsmitglieder und der Bürgermeister durch Sande – zuerst als Gruppe, später jeder auf eigenen Wegen. Sie bleiben hier und da in einer Rille im Gehweg mit dem Rollstuhlreifen stecken, müssen kraftaufreibend Stufen überwinden, wo auch eine Rampe möglich wäre, ärgern sich über halb auf dem Gehweg parkende Autos und stellen fest, dass die Grünphase an der Fußgängerampel im Rollstuhl deutlich kürzer erscheint als auf zwei gesunden jungen Beinen.

Einige Mängel festgesellt

Auch das öffentliche Behinderten-WC beim Jugendzentrum hat so seine Tücken: „Ich habe es nicht geschafft, im Rollstuhl sitzend die Tür zu öffnen und dort hineinzugelangen“, sagt Eiklenborg.

Am Ende der Rollstuhl-Ausfahrt reift die Erkenntnis, dass es um Sandes Barrierefreiheit im öffentlichen Raum ganz gut bestellt ist, aber hier und da doch Hindernisse bestehen, die nicht sein müssen und die man beheben kann. Und es reift der Respekt vor all den Alten und Gehbehinderten, die Tag für Tag im Ort unterwegs sind und manches Mal mit viel Kraftanstrengung ihren Rolli in der Spur halten.

Die Ergebnisse werden nun in der Politik beraten.

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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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