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NWZonline.de Region Friesland Politik

„Von Herzen bin ich Jeveraner“

20.01.2015

Jever „Ich bin hier geboren, lebe hier seit 70 Jahren, habe Jever nie verlassen“: Bernd Theilen, ehemaliger Regierungspräsident, feiert an diesem Dienstag, 20. Januar, seinen 70. Geburtstag. Und er fühlt sich in Jever besonders wohl: „Es ist die Stadt der kurzen Wege, ich kenne hier viele und treffe viele“, meint er. Oldenburg, wo er viele Jahre lang gearbeitet habe, sei eine zweite Heimat. „Die Stadt ist mir sehr nahe. Aber von Herzen bin ich Jeveraner.“

Seine politische Laufbahn begann 1966 in Jever, als er mit Erreichen der Volljährigkeit – damals 21 Jahre – in die SPD eintrat. „Politisch interessiert war ich bereits sehr viel früher“, erzählt er. Sein Thema: die Chancengleichheit.

Er sei ein guter Schüler gewesen, stammte aus einer Arbeiterfamilie – und seine Eltern konnten sich das Schulgeld fürs Mariengymnasium nicht leisten. So besuchte Theilen zunächst die Mittelschule in Wittmund, die nichts kostete. Die Lehrer dort sorgten dafür, dass der Junge ab Klasse 6 dann doch das Mariengymnasium in Jever besuchen konnte – dazu musste ein Antrag auf Erlass des Schulgelds gestellt werden. „Ich habe damals am eigenen Beispiel gespürt, dass etwas verändert werden muss, damit jeder die Schullaufbahn einschlagen kann, die zu seiner Begabung passt“, berichtet Theilen.

Dass er sich politisch engagierte, sei damals nicht gewöhnlich gewesen – „mir sind die sehr konservativen Lehrer noch gut in Erinnerung“.

Soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit blieben seine Themen – während seiner Ausbildung bei der Post ab 1964 trat er 1966 in die SPD ein, ab 1968 war er Beisitzer im Bezirksvorstand und damit Mitglied im SPD-Parteirat. „Das war die Zeit der Großen Koaltion mit Kurt Georg Kiesinger und Willy Brandt – ich habe damals hautnah die SPD-Größen Brandt, Herbert Wehner und Helmut Schmidt erlebt und viel von ihnen gelernt“, erinnert sich Theilen.

Ab 1972 im Stadtrat

1972 trat Theilen dann als Kandidat für Stadtrat Jever und Kreistag Friesland an – er wurde auf Anhieb zum stellvertretenden Landrat gewählt; von 1986 bis 1994 war er Landrat. 1974 kandidierte der junge Mann zudem für den Landtag, bis 1994 war er Landtagsabgeordneter.

1994 begann Theilens Amtszeit als Regierungspräsident. Viel hat er als Chef der Bezirksregierung Oldenburg bis 2003 bewegt, auch für Friesland und die Inseln, sagt er. Noch im Dezember 2002, kurz vor der Abschaffung der Bezirksregierungen im März 2003 durch die neue CDU/FDP-Landesregierung, habe er darauf gedrungen, dass die neue B 210 planfestgestellt wird. „Ich wollte, dass die Planfeststellung auch nach dem Regierungswechsel steht“, sagt er. Und tatsächlich hat die Planung alles überdauert – und wurde am Ende auch umgesetzt.

Ein weiteres Thema, das ihn mehrfach beschäftigt hat: Die Gebietsreform. In den 1970er Jahren gehörte Bernd Theilen als Landtagsabgeordneter zu den Klägern, die mit einer Normenkontrollklage vor den Staatsgerichtshof Bückeburg zogen, um den Landkreis Friesland, der aufgelöst und den Landkreisen Wittmund und Ammerland zugeschlagen war, wieder herzustellen.

Auch 2013, als der Landkreis Friesland und die Stadt Wilhelmshaven über eine Fusion diskutierten, warnte Bernd Theilen vor übereilten Zusammenschlüssen. „Friesland steht gut da. Der Landkreis wäre gut beraten, in seinen Grenzen weiterzuwirken“, betont er heute. Wichtig sei, noch viel mehr interkommunal in Kooperationen zu arbeiten. „Das wäre der richtige Weg“, sagt Theilen.

Aufgabe des Landes sei, solche Kooperationen intensiv zu begleiten – auch finanziell.

FRI-Kennzeichen

Das noch heute gültige FRI-Kennzeichen ist übrigens ebenfalls auf Initiative Theilens entstanden: Weil sich die Jeverländer 1977 nach Auflösung ihres Landkreises weigerten, WTM an ihre Autos zu schrauben. Nach der Reformrolle rückwärts 1979 führte das kurzzeitig dazu, dass im neuen alten Landkreis Friesland vier verschiedene Kennzeichen unterwegs waren: JEV, FRI, WTM und WST.

Noch heute hält Theilen es für die richtige Entscheidung, dass er 2003, als er mit Auflösung der Bezirksregierung in vorgezogenen Ruhestand geschickt wurde, kein Mandat in Stadtrat oder Kreistag mehr angestrebt hat. „Sicher hatte ich damals einige schlaflose Nächte, ob das richtig ist“, sagt er rückblickend. Doch er habe sich politisch in all den Jahren weiterentwickelt – „ich hätte als Kommunalpolitiker schnell die Position des Besserwissers gehabt. Das habe ich mir gespart“, meint er.

Das politische Geschehen verfolgt er dennoch intensiv – und fragt ihn jemand um Rat, ist er gerne bereit, seine Sicht der Dinge zu erläutern.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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