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NWZonline.de Region Friesland Politik

Die meisten wohnen gerne im Dorf

22.03.2019

Waddewarden Das Wichtigste zuerst: Auf die Frage „Lebt ihr gern in Waddewarden?“ haben 95 Prozent mit „ja“ geantwortet. Ein super Wert. Dennoch gibt es die einen oder anderen Kritikpunkte, Verbesserungsvorschläge, Wünsche und Ideen für das Leben in Waddewarden. Wie die aussehen, hat der Vorstand der Dorfgemeinschaft am Mittwoch vor rund 50 Waddewardern vorgestellt.

Etwas über euch

Abgefragt wurden der genaue Wohnort und die Altersstruktur: 95 der Befragten sind zwischen 51 und 70 Jahre alt, 75 der Befragten sind zwischen 31 und 50 Jahre. 29 befragte Personen sind zwischen 18 und 30 Jahre.

Der Fragebogen

Im November 2018 wurden 485 Fragebögen verteilt, 233 davon kamen zurück. Damit haben sich 48 Prozent der Waddewarder an der Umfrage zu Lebensqualität und Projekten beteiligt. Der Vorstand der Dorfgemeinschaft bedankt sich bei allen Helfern und Unterstützern, unter anderem auch bei Kirsten Zander, Koordinatorin des Demografieprojekts „Watt Nu?“. Sie hatte bei der Erstellung des Fragebogens geholfen.

Spannend wurde es bei der Frage „Was gefällt Dir an Waddewarden?“ Dabei kamen Antworten wie: Lage, Gastronomie, Struktur jung/alt, Hilfsbereitschaft, keine Kriminalität, Kinder können noch draußen spielen, das Vereinsleben. 76 der Befragten schätzen die Ruhe.

„Und was gefällt dir nicht?“: keine Einkaufsmöglichkeiten (78 Personen gaben das an) und Kneipen, schlechte Infrastruktur (33), Windkraftanlagen (18), schlechte Gemeinschaft (8), schlechter ÖPNV (3), Spielplatzsituation, rücksichtsloser Verkehr, nur ein Internetanbieter, geringes Angebot für Jugend und Kinder.

Vereine/Institutionen

87 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie das Angebot der Vereine ausreichend finden. In einem Verein wirken allerdings nur 29 Prozent mit. „Die vielen Angebote sind bekannt, aber die Beteiligung ist rar“, so der Vorstand.

Familie und Betreuung

66 Prozent der Befragten gaben an, den Kindergarten in Waddewarden zu nutzen. Eine Waddewarderin merkte an: „Man müsste die Öffnungszeiten des Kindergartens flexibler gestalten. Wie sollen Mütter das mit ihrem Beruf vereinbaren können?“ Das würde das Leben im Dorf attraktiver gestalten.

Infrastruktur

In Sachen Infrastruktur wurden ebenfalls Wünsche geäußert wie: Bäcker (124) Radweg Hooksiel/Haddien (131), Kiosk (119), Spielplatz (2), ebenso Café, Wanderwege, Drogerie, Arzt/Tierarzt.

Ein neues Baugebiet ist nach Ansicht von 74 Personen wünschenswert, die Mehrheit lehnt das allerdings ab. Den öffentlichen Nahverkehr nutzen 34 Befragten, 180 nutzen ihn dagegen nicht. Mit dem Internetangebot bzw. der Verbindung sind 121 der Befragten unzufrieden, mit dem Handyempfang 133 sind unzufrieden.

„Welches der folgenden Angebote nutzt ihr?“ Bäckerwagen (72 Stimmen), Eierwagen (42) Fischwagen (80), keines (113).

„Könnt ihr euch vorstellen, wieder Brötchen im Dorf zu kaufen?“ Auf diese Frage antworteten 93 Prozent mit ja. Einen Kiosk würden laut Fragebogen 90 Prozent nutzen, überwiegend für Backwaren (193 Stimmen), Getränke (140), Lebensmittel (156), Paketstation (154), Zeitschriften (130). Zu diesem Punkt kamen direkt Zurufe aus dem Publikum: „Den Bäckerwagen und den gut sortierten Kiosk gab es, doch der wurde nie genutzt“, sagte jemand und bekam einige Zustimmung.

Mit der Ortsbeleuchtung sind offenbar 60 Prozent zufrieden, was viele der anwesenden Waddewarder nicht nachvollziehen konnten – sie wünschen sich mehr Licht.

Feste und Feiern

83 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Interesse an einem Dorf- bzw. Sommerfest hätten, an einem Karnevalsfest dagegen nur 39 Prozent. In Sachen Organisation sieht es ebenfalls eher mau aus: die Mehrheit, das sind 59 Prozent, möchten sich nicht beteiligen.

„Welche Feste sprechen euch noch an?“ Adventsmarkt (132 Stimmen), Oldie-Fete (106), Maibaum (138), Osterfeuer (148). Weitere Freizeitangebote, die gewünscht sind: Disco, Schwimmbad, Autokino, ebenfalls: Aldi, Shisha-Bar, Tankstelle.

Fazit

„Wir sind dankbar über die Rückmeldungen, sie geben einen guten Einblick“, sagte Renke Gerdes, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. Aber: „Am Ende ist es recht leicht, etwas auf Papier zu bringen. Schwierig wird es dann bei der Umsetzung der Ideen.“

Vor allem bei der Vereinsabfrage wurde deutlich: die Organisation möchte die Mehrheit nicht übernehmen.

Auf die Anmerkung aus dem Publikum, dass Ältere und Jüngere mehr zusammengeführt werden müssten, betonte Gerdes: „Es gibt viele Angebote, die Ältere nutzen, viele Angebote, die Jüngere nutzen – nun gilt es, sich über neue Strukturen Gedanken zu machen, um beides zusammenzubringen.“ Er ist der Meinung: „Dorf funktioniert nur über Gemeinschaft.“

Sehr schade: Nach der Vorstellung kochten Themen wie die neuen Windräder hoch – es gab viel Kritik, das irritierenderweise in Richtung Dorfgemeinschaft. „Die Entscheidung liegt doch bei der Politik, ihr habt die Möglichkeit, eure Ratsmitglieder zu wählen“, betonte Gerdes.

Wangerlands Bürgermeister Björn Mühlena lobte die Arbeit des Vorstands. „Die Ergebnisse sind sehr hilfreich, man kann viel ableiten.“ Ein Blick in die Suchmaschine zeigte ihm: „95 Prozent Zustimmung zum Ort ist ein sensationeller Wert. Das kennt man woanders gar nicht.“

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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