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NWZonline.de Region Friesland Politik

Wer übernimmt Urlaubsvertretung auf Wangerooge?

22.11.2019

Wangerooge „Die Ärzteversorgung auf der Insel Wangerooge muss sichergestellt werden“: Wangerooges Bürgermeister Marcel Fangohr nimmt den Landkreis Friesland und die Kassenärztliche Vereinigung in die Pflicht, endlich tätig zu werden.

Die Hausarztpraxis auf Wangerooge bleibt vom 25. November bis 9. Dezember geschlossen – doch eine Vertretung gibt es nur auf dem Festland. Damit müsste die Insel 14 Tage ohne ärztliche Versorgung auskommen. Und wer krank wird, muss aufs Festland zum Arzt. „Dieser Zustand ist für die Bevölkerung nicht tragbar“, betont der Bürgermeister. „Und es besteht dringender Handlungsbedarf.“

Notarzt vor Ort

Der Landkreis Friesland weist darauf hin, dass der Rettungsdienst auf Wangerooge auch mit Notarzt rund um die Uhr besetzt ist. Erreichbar ist er unter dem Notruf 112. Dr. Hans-Henning Hoppe steht als Notarzt zur Verfügung.

Die Kassenärztliche Vereinigung hat mittlerweile einen Headhunter eingesetzt, um einen zweiten Kassenarzt für Wangerooge zu gewinnen, sagt Geschäftsführer Helmut Scherbeitz. Ziel sei nach wie vor, die zweite Hausarztstelle auf Wangerooge zu besetzen.

Fangohr zufolge würde eine Vertretungsärztin wohl zur Verfügung stehen, doch sie könne nicht arbeiten, weil eine Medizinische Fachangestellte fehle. „Wir fordern die Kassenärztliche Vereinigung auf, uns bei einer Lösung für die kommenden zwei Wochen zu unterstützen“, so Fangohr.

Suche nach Arzt

Dabei bemühe sich die Gemeinde natürlich ebenfalls um eine Lösung: „Wir haben bereits alle möglichen Kontakte auch auf anderen Inseln genutzt und werden auch weiterhin nach medizinischem Personal und Vertretungsärzten suchen, um möglichst eine lückenlose Versorgung zu erreichen“, so Fangohr: „Wir hoffen, dass wir noch bis zum Wochenende eine geeignete Lösung finden und bitten alle niedergelassenen Ärzte in der Umgebung uns in unseren Bemühungen zu unterstützen.“

Er kritisiert, dass es laut Kassenärztlicher Vereinigung keine andere Vertretungslösung gibt als die beiden Arztpraxen in Hohenkirchen. „Insulanern ist es nicht möglich, für jedes Rezept und jede Erkrankung einen Arztbesuch am Festland zu organisieren. Insbesondere für chronisch-kranke Patienten ist das keine Option“, so Fangohr.

Auch den Landkreis Friesland nimmt Bürgermeister Fangohr in die Pflicht: Die notärztliche Versorgung ist Aufgabe des Landkreises. „Insbesondere in den Wintermonaten ist der Rettungshubschrauber kein geeigneter Transportweg für einen Notarzt zur Insel“, so Fangohr. Denn herrscht Nebel wie in den vergangenen Tagen, fliegt der Hubschrauber Wangerooge nicht an. Und immer wieder sind die Wetterbedingungen so, dass auch das Seenotrettungsboot keinen Notfalltransport ans Festland unternehmen kann. Die Fähigkeiten der Rettungs- und Notfallsanitäter stelle er mit keinem Wort in Frage, betont Fangohr. „Doch für Notfälle muss ein Arzt auf der Insel in Bereitschaft sein. Diese Verantwortung ist auch den Rettungs- und Notfallsanitätern nicht zuzumuten.“

„Den Druck erhöhen“

Der Bürgermeister kündigt an: „Wir werden nichts unversucht lassen, um eine kurzfristige Lösung zu finden; wir erwarten aber auch, dass die zuständigen Stellen endlich tätig werden.“ Die Bürgerinnen und Bürger, die wegen der ärztlichen Unterversorgung der Insel beunruhigt sind, ruft er auf, sich direkt mit Kassenärztlicher Vereinigung und Landkreis in Verbindung zu setzen. „Wir müssen den Druck erhöhen – und das geht nur gemeinsam“, so Fangohr.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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