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NWZonline.de Region Friesland Politik

So geht Bundestagswahl

20.09.2017

Zetel Kreuz machen, Zettel falten und in die Wahlurne werfen – eigentlich ist wählen doch gar nicht so schwer. Ihre erste Bundestagswahl haben jetzt auch die rund 225 Siebt- und Achtklässler der IGS Friesland-Süd hinter sich – wenn auch keine „echte“. Denn in Zetel nahmen die Schüler an der sogenannten Juniorwahl teil, bei der die Bundestagswahl in der Schule simuliert wird. Knapp 3500 Schulen in ganz Deutschland machen dabei mit. Das Ergebnis der Juniorwahlen wird auch erst am Sonntag ab 18 Uhr im Internet veröffentlicht, es soll ja so nah ans Original herankommen, wie möglich.

Natürlich haben sich die Schüler im Unterricht vorher auf die Wahl vorbereitet, wie Lehrer Roger Pickart erklärt. Warum wird überhaupt gewählt, was hat es mit der Erst- und der Zweitstimme auf sich? Solche Fragen wurden vorab geklärt. Alle wahlberechtigten Schüler erhielten eine Wahlbenachrichtigung, die sie natürlich zur Wahl mitbringen mussten; zusammen mit ihrem Ausweis oder Schulausweis. „Notfalls nehmen wir auch die Busfahrkarte“, sagt Pickart. Dann geht es in die Wahlkabine. Allerdings gab es auch bei der Juniorwahl schon ein paar Nichtwähler.

Aber wie genau funktioniert die Bundestagswahl jetzt eigentlich? Pascal Wortmeyer und Michelle Klatt, beide in der achten Klasse und in der Wahlleitung an der IGS, sind fit in der Materie und erklären, wie es läuft.

Was genau wird am Wahlsonntag gewählt?

Am 24. September, wird der deutsche Bundestag gewählt, das Parlament und damit die Volksvertretung Deutschlands. Dort sitzen dann nach der Wahl mindestens 598 Abgeordnete, die wiederum den Bundeskanzler wählen.

Wie läuft der Wahltag genau ab?

Eine leichte Frage für die beiden 13 und 14 Jahre alten Schüler: „Die Leute kommen ins Wahllokal und müssen sich ausweisen. Auf der Liste der Wähler werden sie abgehakt und bekommen dann einen Stimmzettel“, erklärt Pascal Wortmeyer. Dann geht es weiter in die Wahlkabine, wo zwei Kreuze auf dem Wahlzettel gemacht werden. Der Zettel wird dann gefaltet und in die verplombte Wahlurne geworfen – eben genauso, wie bei der Juniorwahl. Am Sonntag schließen die Wahllokale um 18 Uhr. Dann werden die Urnen geöffnet und die Stimmen ausgezählt.

Warum hat jeder zwei Stimmen?

„Jeder hat eine Erst- und eine Zweitstimme“, erklärt Michelle Klatt. „Mit der Erststimme wählt man direkt einen Kandidaten aus dem Wahlkreis.“ Die Zweitstimme gibt man einer Partei. Diese Stimme regelt, wie viele Sitze im Parlament die jeweilige Partei dann bekommt. Welche Politiker in den Bundestag einziehen, regelt die Partei selbst über eine Kandidatenliste. Wenn eine Partei durch ihre Direktkandidaten in den Wahlkreisen mehr Plätze im Bundestag gewinnt, als ihr nach Zweitstimmen zustehen, kommt es zu so genannten Überhangmandaten.

Warum wird in einer Kabine gewählt?

„Die Wahl ist anonym, weil jeder das wählen können soll, was er will und nicht von jemandem beeinflusst wird, der hinter ihm steht“, fasst Pascal Wortmeyer kurz und knapp zusammen. Darauf wurde auch bei der Juniorwahl Acht gegeben: Waren beide Wahlkabinen besetzt, mussten die Wartenden bei den Wahlhelfern bleiben, bis sie an der Reihe waren.

Was hat es mit der Fünf-Prozent-Hürde auf sich?

„Eine Partei braucht mindestens fünf Prozent der Stimmen, um in den Bundestag zu kommen“, erklärt Michelle Klatt. Natürlich sind hier nur die Zweitstimmen gemeint. Kandidaten, die ein Direktmandant errungen haben, aber deren Partei an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert ist, bekommen trotzdem ihren Platz im Parlament. Bekommt eine Partei zudem mindestens drei Direktmandate, werden ihre Zweitstimmen auch dann in Bundestagssitze umgerechnet, wenn sie nicht die Fünf-Prozent-Hürde überwinden. Durch die Hürde soll eine Zersplitterung des Parlaments mit vielen Kleinparteien verhindert werden.

Christopher Hanraets
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2504

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