Zetel - Frischer Wind weht durch die Gemeinde Zetel, denn Verwaltung und Politik müssen die Windenergie-Situation vor Ort überdenken. Ein neues Windenergieflächenbedarfsgesetz gebietet es dem Landkreis Friesland, verbindliche Flächenziele zur Ausweisung von Windenergiegebieten umzusetzen.
Repowering in Bullenmeersbäke?
Die Frage, die sich die Zeteler Ratsmitglieder nun stellen: Welche Windenergiefelder sollen erweitert oder aufgestockt werden? Denn sicher ist, so brachte es die Analyse des beauftragten Planungsbüro „Thalen Consult“ hervor: Zetel muss keine neuen Flächen für Windenergie ausweisen, doch können weitere Flächen auf eigene Initiative hin einplanen, stellte Rolf Bottenbruch vom Planungsbüro zuletzt im Umwelt- und Planungsausschuss der Gemeinde heraus.
Im Zuge der Debatte wurde im Umweltausschuss dann an das Gebiet Bullenmeersbäke erinnert. Nicht nur innerhalb der Potentialanalyse wird der Windpark berücksichtigt, auch stellte der örtliche Windenergie-Betreiber zuletzt einen Antrag an die Gemeinde, die Entwicklung des Gebietes wieder in den Fokus zu nehmen.
Höhere Windräder
Zur Erinnerung: Um diese Fläche war vor knapp zwei Jahren eine Grundsatzdebatte zur Errichtung von Windenergieanlagen ausgebrochen. Dort stehen sechs Windräder mit einer jeweiligen Gesamthöhe von 100 Metern, die nach mehr als 20 Jahren gegen drei 181 Meter hohe und eine 152 Meter hohe Anlage ersetzt werden sollten. Bei dieser Maßnahme handelt es sich um sogenanntes Repowering, da die neuen Windräder einerseits höher und andererseits leistungsstärker sind.
Der Landkreis Friesland genehmigte den Bau von drei neuen Windrädern in dieser Fläche Ende 2021, nur wurden diese genehmigten Anlagen bis heute nicht errichtet. Doch aufgrund von Lieferengpässen aufgrund der Folgen des Ukraine-Kriegs konnte das Vorhaben nicht umgesetzt werde.
Auch im Herrenmoor erweitern?
Jetzt sieht die Situation anders aus: Das Unternehmen möchte mit dem Repowering starten und neue Anlagen errichten, wie es die Potentialstudie von 2016 vorsah. Auch sollten Einzelanlagen bei Gewerbegebieten zur Versorgung ortsansässiger Industriebetriebe ermöglicht werden.
Als weitere Möglichkeit für die Gemeinde Zetel erachtet das Planungsbüro Thalen den Anlagenstandort im Herrenmoor. Dort würde es genügen, die Fläche um ein weiteres Windrad zu ergänzen. Auf einem Land östlich der bestehenden Fläche sei dafür noch Platz, kurz vor der Gemeindegrenze zu Bockhorn.
Einig waren sich die Gemeinderatsmitglieder in dem Punkt, dass sie die Potentiale für Windenergie in die Fraktionen mitnehmen und dort weiter beratschlagen, wie mit dem Thema umgegangen werden sollte.
