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Premium Aerotec in Varel Beschäftigte stimmen über Zukunft ab

Christopher Hanraets
Ob das Werk von Premium Aerotec in Varel im Airbus-Konzern bleibt oder an Mubea verkauft wird, wird sich bei einer Befragung der Beschäftigten zeigen.

Ob das Werk von Premium Aerotec in Varel im Airbus-Konzern bleibt oder an Mubea verkauft wird, wird sich bei einer Befragung der Beschäftigten zeigen.

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Varel - Sacken lassen – das ist das Stichwort für die Belegschaft des Premium-Aerotec-Werks (PAG) in Varel. Mit dem März endeten auch die Verhandlungen zwischen der IG Metall, Airbus und dem potenziellen Käufer Mubea. Am Donnerstag haben die drei Verhandlungspartner dann in zwei Betriebsversammlungen die Beschäftigten über die Ergebnisse ihrer Gespräche informiert.

Gemeinsam mit dem PAG-Standort im rumänischen Brașov stehen die Beschäftigten in Varel am Scheideweg: Der Standort könnte im Airbus-Konzern verbleiben oder von Mubea, einem Unternehmen, dass bislang vor allem als Zulieferer in der Automobilbranche tätig ist, gekauft werden. Mubea will sich in der Luftfahrt ein zweites Standbein aufbauen.

Entscheidung steht aus

Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen – dazu soll es noch eine Mitarbeiterbefragung geben. Die IG Metall hatte Airbus beim Arbeitskampf der vergangenen Monate ein Vetorecht beim Thema Verkauf abgerungen. Airbus bevorzugt eine „strategische Partnerschaft“ mit einem externen Partner – also einen Verkauf. Überzeugt Kaufinteressent Mubea nicht mit seinem Konzept, bleibt das Werk bei Airbus.

Wie die Befragung genau aussieht und wann sie stattfinden wird, dazu wollte sich der PAG-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Thomas Busch am Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion nicht äußern. 

Versachlichung

Nur soviel: Derzeit befinde man sich in einer Versachlichungsphase und in den nächsten Tagen werde es betriebsinterne Veranstaltungen des Betriebsrats und der IG Metall geben, auf denen beide Varianten debattiert werden sollen.


Zu beiden möglichen Zukunftsszenarien hätten die Beschäftigten auf den Betriebsversammlungen zudem viele Nachfragen gestellt. „Man hat gemerkt, dass es ihnen wirklich wichtig ist, beide Konzepte zu verstehen und genau zu verstehen, was beides bedeutet“, so Busch. Die Versammlungen müsse man nun erst einmal sacken lassen. Zu Tendenzen oder einer möglichen Empfehlung von Gewerkschaft und Betriebsrat wollte Busch ebenfalls nichts sagen. Dass es vor Ostern zu einer Entscheidung kommt, gilt aber als unwahrscheinlich.

Es gibt allerdings feste Zusagen für beide Wege: Wird das PAG-Werk in den Airbus-Konzern integriert, soll die Zahl der Beschäftigten 1000 Vollzeitstellen nicht unterschreiten, betriebsbedingte Kündigungen werden bis Ende 2030 ausgeschlossen. Zudem gibt es Zusagen zu Auftragsvolumina, die im Detail aber nicht öffentlich gemacht wurden. Ob Airbus aber langfristig in das Werk investieren wird, ist fraglich.

Massive Investitionen

Mubea will – sollte es zu einem Verkauf kommen – die Zahl der Arbeitsplätze in Varel auf 1450 Stellen bis 2025 aufstocken. Das ist in der Vereinbarung aller drei Parteien festgehalten – ebenso wie eine Beschäftigungs- und Standortsicherung bis 2033. Aus dem Umfeld der Betriebsversammlungen war von Investitionen in Höhe von 150 Millionen Euro die Rede.

Das Unternehmen betont immer wieder, dass Varel zur Zentrale der Luftfahrtaktivitäten Mubeas werden soll. Dazu müssten beispielsweise Abteilungen für Vertrieb, IT und Entwicklung aufgebaut werden. Auch der Bau weiterer Gebäude und Produktionsflächen dürfte notwendig werden. Zwar wird Airbus mittelfristig der Hauptkunde für Mubeas Luftfahrtaktivitäten sein, langfristig will das Unternehmen aber auch auf andere Hersteller zugehen.

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