Hamburg/Neuenburg - In Neuenburg kennen ihn alle noch als Marco Prünstner, in Hamburg hat er sich mittlerweile allerdings einen Namen als MPnZ gemacht. Das, was den Rapper auszeichnet, ist sein Kämpfergeist.
Jeder Rapper hat seine Geschichte und so auch Marco. Natürlich war in seinem Leben auch nicht immer alles leicht. Ja, er hatte Probleme. Ja, er ist mit anderen Menschen angeeckt. Und ja, Marco hat eine Drogen-Vergangenheit. Mittlerweile lebt der ehemalige Neuenburger bereits seit zehn Jahren in Hamburg und kümmert sich ehrenamtlich um Jugendliche, die er von der Straße aufliest. Sie rappen zusammen, sie reden zusammen, sie haben gemeinsam Spaß und Marco kann seine Erfahrungen an sie weitergeben. Parallel denkt MPnZ an seine eigene Karriere und veröffentlicht weiter neue Songs und ganz frisch draußen ist „Immer wieder“. Zu hören bei sämtlichen Streaming-Anbietern, auf YouTube und im Radio. „Es ist einer der emotionalen und echtesten Songs, vielleicht sogar mein wichtigster“, erzählt der Rapper. Er hat den Song zusammen mit Costa Sound und Sleepwalker produziert.
Seine Vergangenheit
Denn Marco Prünstner verarbeitet darin unter anderem seine Vergangenheit, genauso handelt der Song aber auch über das Wohlergehen und den Kampf im Alltag der meisten Leute. Er möchte einfach nur noch weg, „all das Drama dieser Welt, man es boxt den Verstand“, rappt er. Er möchte einfach gehen, „Still und heimlich, Biege machen.“ Er muss darauf vertrauen, den richtigen Weg zu finden. Aus den Steinen, die ihm bislang in den Weg gelegt wurden, baut er sich seinen Palast.
Er würde das Leben gerne leben, wie es gut tut. Wären da nicht die Probleme aus seiner Vergangenheit, die ihn in Gedanken noch verfolgen. Doch schließlich sind diese nur die Treppenstufen, die ihn nach oben führen.
Genau deshalb hat sich Marcos Lebensstil drastisch gewandelt. Für einen Rapper ist er schon fast brav oder mit anderen Worten: vorbildlich, wie er sagt.
Nachwuchs fördern
Heute kümmert er sich zu gerne um den Nachwuchs in der Hamburger Rap-Szene. Mit seinen Freunden engagiert er sich bei der Hip-Hop-Gang-Hamburg. „Wir treffen uns regelmäßig und bieten Workshops an, um die jungen Talente für das Rappen zu begeistern und sie zu fördern“, sagt Marco. Drogen sind dabei oft ein Thema, denn gerade die Heranwachsenden verbinden heutzutage das Drogennehmen mit Coolness. „Und dieses falsche Bild versuchen wir ihnen aus den Köpfen zu waschen. Ich erzähle von meinen Erfahrungen und wie schlecht es mir dadurch ging. Oft klappt es, dass sie verstehen.“
Job in Video-Bearbeitung
Marco geht neben dem Rap zudem einer Arbeit nach. Er ist selbstständig als Cutter unterwegs. Das heißt, er schneidet und bearbeitet die Musikvideos, TikTok-Videos oder Instagram-Reels von anderen Künstlern und Kreativen. „Damit halte ich mich aktuell ganz gut über Wasser.
Doch in jeder freien Minute widme ich mich wieder dem Rap – oft durch die Workshops mit den Kids. Das ist eine richtige Leidenschaft von mir geworden“, erzählt er. Dann aber möchte er auch selbst wieder kreativ arbeiten und überlegt sich nach und nach neue Songideen. Gemütlich auf der Couch eine Serie gucken, das komme bei Marco nur sehr selten vor.
Leben in Zetel
Seine Heimat hat MPnZ nicht vergessen, er wollte dort nur eben nicht mehr leben und sein Glück in der Metropole Hamburg versuchen. Geboren ist der heute 27-Jährige in Varel, doch aufgewachsen ist er in Neuenburg.
Wiederum in Zetel hat er die Haupt- und Realschule besucht, musste nach der siebten Klasse allerdings die Schule wechseln und er war nach der zehnten Klasse fertig mit Schule. Schon damals wollte er nur eines: Rapper werden. Daher gefiel es ihm nicht, eine Ausbildung zu absolvieren, wie es Normen in der Gesellschaft vorschreiben. Seine Altenpfleger-Ausbildung brach er ab und zog nach Hamburg. Dort hat Marco Prünstner mittlerweile immer mehr zu sich gefunden.
