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Konstituierende Ratssitzung in Schortens Die gleichen Köpfe, aber neue Mehrheiten

Stellvertretende Bürgermeister Schortens: Detlef Kasig (SPD), Axel Homfeldt (CDU) und Wolfgang Ottens (Grüne). Hinten: Bürgermeister Gerhard Böhling und Ratsvorsitzender Tobias Masemann.

Stellvertretende Bürgermeister Schortens: Detlef Kasig (SPD), Axel Homfeldt (CDU) und Wolfgang Ottens (Grüne). Hinten: Bürgermeister Gerhard Böhling und Ratsvorsitzender Tobias Masemann.

Oliver Braun

Schortens - Axel Homfeldt mit Glückwunsch-Blumenstrauß in der Hand – das kommt sogar dem Schortenser CDU-Fraktionsvorsitzenden irgendwie seltsam vor. Doch Homfeldt ist mit seiner CDU nun nicht nur stärkste Fraktion im Rat, sondern er ist nun auch gewählter neuer stellvertretender Bürgermeister. Zusammen mit den beiden Amtskollegen Detlef Kasig (SPD) und Wolfgang Ottens (Grüne) hat nun auch auch die CDU in Axel Homfeldt einen Stellvertreter des Bürgermeisters anzubieten, die bei offiziellen und repräsentativen Terminen den Verwaltungschef vertreten.

Erst 1, dann 2, nun 3

Rund 300 solcher Termine gebe es für ihn durchschnittlich im Jahr, beantwortete Bürgermeister Gerhard Böhling auf der konstituierenden Ratssitzung im Bürgerhaus am Donnerstagabend die Frage eines Bürgers. Der wollte wissen, weshalb sich die Stadt nun noch einen dritten stellvertretenden Bürgermeister leisten wolle, nachdem man erst im November auf zwei Stellvertreter erhöht hatte und zuvor doch viele Jahre lang nur mit einer ausgekommen war. Neben der Fülle an Terminen soll das Amt aber auch die Mehrheitsverhältnisse im Rat wiedergeben. Es könne nicht sein, dass die stärkste Fraktion nicht wenigstens auch einen Stellvertreter des Bürgermeisters stellt. Zusammen mit den anderen Fraktionen habe man sich auf daher auf dieses Vorgehen verständigt.

Das übrigens auch kostenneutral ist: denn die Aufwandsentschädigung wurde per Satzungsbeschluss zugleich von 300 auf 200 Euro im Monat herabgesetzt. Der Stadt und den Steuerzahlern entstehen also keine zusätzlichen Kosten.

Überläufer von SPD/FDP

Dass der Rat sich neu konstituieren musste, hat mit den „Überläufern“ Torsten Kirchhoff und Dennis Gunkel von der SPD bzw. FDP zur CDU zu tun. Die Ratsmitglieder hatten in der Auseinandersetzung um den geplanten Grundstücksdeal zwischen Stadt und Heidmühler FC und dessen Sportanlage an der Schooster Straße eine andere Auffassung als ihre SPD/FDP-Gruppe und wechselten daraufhin im Mai die Seiten und machten die CDU mit nun 13 Sitzen (Vorsitzender Axel Homfeldt) zur stärksten Kraft. SPD (11 Sitze, Vorsitzender Udo Borkenstein) und FDP-Einzelkämpfer Pascal Reents bilden eine Gruppe mit zwölf Sitzen. Grüne (5 Sitze, Vorsitzender Wolfgang Ottens) und die von Janto Just angeführten Freien Bürger (4 Sitze) komplettieren den Rat. In der konstituierenden Sitzung hat Andreas Stamer (Stadt Schortens) die neuen Fraktionsstärken offiziell festgestellt.

Neben der Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter mussten auch Verwaltungsausschuss und die Fachausschüsse des Rates neu bzw. umbesetzt werden, denn auch dort verändern sich die Mehrheiten. Neu- oder wiederbesetzt wurden zudem die Ämter für Gesellschaften und Institutionen, zu denen die Stadt als Mitglied Vertreter entsendet.


Härter zur Sache

Nachdem die Mehrheiten und Personalien ziemlich unaufgeregt geklärt sind, geht es in knapp drei Wochen vermutlich härter zur Sache: Der Schortenser Rat tagt bereits am 7. Juli wieder im Bürgerhaus – unter anderem geht es dann in die vermutlich finale Runde der hitzigen Sportplatzdebatte und dem Grundstücksgeschäft mit dem HFC. Die Kita-Kosten werden offenbar auch erneut kontrovers diskutiert.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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