Varel/Bockhorn/Zetel - Ratten können nicht nur oberirdisch zu einem Problem werden, auch unterirdisch sind die Schädlinge unterwegs, weiß der Leiter Kläranlage Varel, Fred Richter. Mit ein Grund, warum regelmäßig Kontrollen im Vareler Kanalsystem stattfinden und einmal im Jahr Köder gehängt werden, die dann nach zwei bis vier Wochen kontrolliert werden. Sind die Köder angefressen, wird mit der Rattenbekämpfung gestartet. Darüber hinaus wird der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) tätig, wenn Ratten gesichtet werden. Sprich: Auch dann werden Köder im Abwassernetz ausgelegt.
Kanaldeckel markiert
Befinden sich Köder unter Kanaldeckeln, werden diese farblich mit Punkten markiert, das kann mal rot, aber auch mal grün sein. Allerdings, so wissen die Fachleute des OOWV, interessieren sich Ratten nur wenig fürs Abwasser – vorausgesetzt, es besteht aus dem, was enthalten sein soll: menschliche Ausscheidungen und Toilettenpapier. Da einige Menschen jedoch noch immer das WC als Abfalleimer benutzen, lockt die Nager besonders eines zum Abwasserrohr: Futter. Denn die Ratten finden dann Essensreste. Gäbe es diese kostenlose Essenslieferung frei Haus nicht, wäre das Abwassersystem für Ratten nicht viel mehr als eine leidlich beheizte Straße, so die OOWV-Fachleute. Und noch eine beliebte Nahrungsquelle gibt es, die der OOWV anmahnt: Komposthaufen. Denn auch dort entsorgen Menschen Reste, die dort nicht hingehören, egal ob in Varel, Bockhorn oder Zetel.
Verschiedene Ratten im Visier
Übrigens hat es der OOWV im Kanalnetz mit ganz unterschiedlichen Rattenarten zu tun: Zum einen mit der sogenannten Kanalratte oder Wanderratte, zum anderen mit der Hausratte. Wanderratten sind sehr anpassungsfähig und robust, was die Bekämpfung sehr schwierig macht, so der OOWV. Doch die Kanäle mit Ködern zu belegen, trage einen Teil dazu bei, die Population einzudämmen. Wenn dann noch die Essensreste im Müll entsorgt würden statt in der Toilette oder auf dem Kompost, sei schon viel gewonnen.
