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Bilanz 2021 der DGzRS-Stationen an Frieslands Küste „Rausfahren, damit andere zurückkommen“

Theo Kruse
Auf Wangerooge ist das Seenotrettungsboot „Fritz Thieme“ stationiert. Neben der Rettung von Schiffbrüchigen ist es zur Sicherung der Daseinsvorsorge für die Inselbewohner lebenswichtig, z.B. wenn wegen Nebel oder Eisregen der Rettungshubschrauber das Eiland nicht erreichen kann und Schwerkranke ans Festland transportiert müssen.

Auf Wangerooge ist das Seenotrettungsboot „Fritz Thieme“ stationiert. Neben der Rettung von Schiffbrüchigen ist es zur Sicherung der Daseinsvorsorge für die Inselbewohner lebenswichtig, z.B. wenn wegen Nebel oder Eisregen der Rettungshubschrauber das Eiland nicht erreichen kann und Schwerkranke ans Festland transportiert müssen.

Manuel Miserok/DGzRS

Wangerland/Wangerooge - Die Rettungsmänner und -frauen der Stationen Horumersiel, Hooksiel und Wangerooge wurden 2021 zu zahlreichen Einsätze gerufen. „Der letzte Einsatz steht unter dem 24. Dezember im Logbuch“, berichtet Vormann Günter Ihnken aus Horumersiel.

Auch auf Wangerooge ist die Einsatzbereitschaft der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) das ganze Jahr hindurch gefordert. „2021 haben wir überdurchschnittlich viele Krankentransporte zum Festland erledigt“, sagt Vormann Roger Riehl. Allein 25-mal sei die „Fritz Thieme“ mit Schwerkranken oder Verletzten nach Harlesiel gefahren, wo sie an den Rettungsdienst übergeben wurden. „Durch den neuen Ponton ist das nun wesentlich leichter“, ist Riehl erfreut.

Station Horumersiel

Die DGzRS

Auf Nord- und Ostsee waren die Seenotretter der DGzRS 2021 insgesamt 2023-mal im Einsatz. Die Besatzungen haben dabei mehr als 3500 Menschen geholfen – rund 330 wurden aus Seenot gerettet oder Gefahr befreit. 

Die Seenotretter an der niedersächsischen Küste haben bei 596 (Vorjahr: 520) Einsätzen 978 (1010) Menschen geholfen. Davon wurden 18 (3) Menschen aus Seenot gerettet und 50 (128) weitere aus Gefahrensituationen befreit. Der Einsatz der Seenotretter bei jedem Wetter, rund um die Uhr ist oft mit großen Herausforderungen verbunden. Auch 2021 konnten die Seenotretter nicht in allen Fällen das Leben Schiffbrüchiger bewahren. Bei einem schweren Segelunglück im Sturm kam im August ein junger Wassersportler vor Baltrum ums Leben.

Die Horumersieler Mannschaft, die nun zwei Jahre mit der „Wolfgang Paul Lorenz“ vertraut ist, fuhr 25 Rettungs- und Hilfeeinsätze. Weitere 70-mal gab es Trainingsfahrten und Reviererkundung, Ausbildung an Bord oder Erste Hilfe. Dem Team gehören 14 Rettungsmänner und -frauen an.

Bei den Rettungseinsätzen ging es um Wattrettungen, Personensuche und die Rettung von Kitesportlern. Auch Freizeitskipper nahmen mehrfach die Hilfe der DGzRS in Anspruch. „Einmal sind wir nachts um 23 Uhr rausgefahren“, sagt der Vormann. Manche Suchfahrten führten hinaus auf die Weser und bis zu den Nordergründen. „Dieses Boot ist hundertprozentig zuverlässig und sicher“, lobt Ihnken. Er hat als Rettungsmann 1968 auf Strandrettungsbooten aus Holz seine freiwillige Tätigkeit begonnen. „Das hier ist ein ganz anderes Schiff“, unterstreicht er. Neben ihm dürfen noch acht Leute als Bootsführer agieren.

Station Wangerooge

Auf Wangerooge ist die ebenfalls von Freiwilligen besetzte „Fritz Thieme“ zu 84 Fahrten ausgelaufen, also statistisch jeden vierten bis fünften Tag. „Eigentlich war das Jahr recht ruhig“, zieht Vormann Roger Riehl erste Bilanz. Neben den Krankentransporten gab es Vermisstensuche, rund zehnmal Hilfeleistungen für havarierte Sportboote und Ausbildungsfahrten. Zurzeit gehören zur neunköpfige Rettungsmannschaft drei Trainees, die nach zwei Jahren und dem Besuch von Lehrgängen im Trainingszentrum Neustadt/Holstein als vollwertige Rettungsmänner einsteigen können.

Die Station Hooksiel

Der Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ ist mit hauptamtlichen Rettungsleuten besetzt und liegt 24/7 einsatzbereit im Außenhafen Hooksiel. „Das letzte Jahr war verhältnismäßig unspektakulär“, sagt der 2. Vormann Michael Schmitz, der seit sieben Jahren auf der Station tätig ist und sich mit Vormann Dirk Henessen im 14-Tage-Rhythmus abwechselt. 

Die „Gruben“ kehrte erst im April nach längerer Werftliegezeit auf die Station zurück. „Das waren die üblichen Einsätze letztes Jahr“, so Schmitz: „Segeljachten mit Ruderbruch oder Motorschaden einschleppen oder Kitesurfer bergen.“ Diejenigen, die Hilfe durch die Seenotretter erfahren haben, werden ihre Rettung gleichwohl dankbar als spektakulär in Erinnerung behalten.

Hektisch wurde es auf Wangerooge noch einmal am 9. Dezember, als Blitzeis das Straßenpflaster in gefährliche Pisten verwandelte. Sieben Menschen verletzten sich zeitgleich bei Stürzen, erlitten Knochenbrüche oder Schädel-Hirn-Traumata. Da wegen Nebels „Christoph 23“ die Insel nicht erreichen konnte, landete ein Helikopter der Deutschen Marine auf dem Wangerooger Flugplatz und nahm vier Verletzte mit nach Emden. „Der Pilot war heilfroh, nicht noch einmal in die Waschküche fliegen zu müssen, denn die restlichen drei Verletzten haben wird dann mit dem Rettungsboot ans Festland bringen können“, schildert Riehl den dramatischen Vormittag.

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