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Neuer Jugendroman von Regine Kölpin Sander Autorin setzt mit „Traces“ auf geheimnisvolle Spurensuche

Wolfgang A. Niemann
Regine Kölpin mit ihrem jüngsten Werk: der Jugendroman „Traces: Finde mich“.

Regine Kölpin mit ihrem jüngsten Werk: der Jugendroman „Traces: Finde mich“.

Wolfgang A. Niemann

Neustadtgödens - Erfolgsautorin Regine Kölpin hat zu Beginn ihrer Karriere als Schriftstellerin auch zwei Jugendbücher verfasst, die jedoch ohne große Resonanz nur in kleineren Verlagen erschienen.

Mit „Traces: Finde mich“ legt sie nun jedoch einen richtigen Jugendroman vor, der im renommierten Oetinger Verlag erschienen ist. Womit die immens fleißige Autorin sich immerhin auf einer Autorenliste mit Namen wie Astrid Lindgren und Cornelia Funke wiederfindet.

Natürlich ist sie stolz darauf, dass sie von dort zu einem solchen Projekt eingeladen worden ist, wie sie in ihrer Schreibstube in Neustadtgödens erklärt. Allerdings ging es zunächst um „eine Geschichte mit Pferden“ und darin sollte selbstverständlich ein pferdeverrückter Teenager vorkommen. Dass man ausgerechnet dieses recht ausgewalzte, bei jungen Mädchen aber seit jeher sehr beliebte Thema vorschlug, hatte mit Regine Kölpins eigener Pferdeleidenschaft zu tun.

Die Geschichte

Schon mit zehn Jahren begann sie mit dem Reiten und hatte später auch selbst Pferde. Also nun noch eine weitere „Pferde-Oper“ stricken? Da hatte die Autorin mit dem Händchen für fesselnde Lektüre eine Idee, die den Verlag sofort überzeugte: Pferde ja, aber verbunden mit hoher Spannung, einer verschwundenen Frau und den schummrigen Geheimnissen eines nahen Moores.

Da ist also die etwa 17-jährige Elsa vom Trautmanns-Hof nahe dem Mückemoor auf ihrem Pferd Pegasus unterwegs und trifft auf einen italienisch aussehenden jungen Mann, kaum älter als sie selbst. Wie sich herausstellt, hat seine Großmutter einst in dem Dorf gearbeitet und ist dann spurlos verschwunden. Was sich bei seiner Spurensuche alles ereignet in diesem eigenbrötlerischen Provinznest und wie es regelrecht kriminell wird, soll hier natürlich nicht verraten werden.


Die Recherche

Doch man lernt im Gespräch mit der Autorin über einige Begebenheiten, die eine wichtige Rolle spielen, auch Neues – wie über den Tod im Moor. Entgegen den beliebten schaurigen Filmszenen mit grausam versinkenden Opfern sterbe der Betroffene gar nicht durch Ertrinken sondern durch Kälte. Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass der Mensch, zumindest so lange er noch lebt, gar nicht ganz versinkt, sondern erfriert. Und das in der Regel in weniger als einer Stunde.

Regine Kölpin hat es genau recherchiert, wie sie das stets tut. Nicht nötig war das natürlich bei allem, was hier das Reiten und den Pferdehof betrifft. Und das Distanzreiten, das Romanheldin Elsa und ihre Freundin so lieben, hat die Autorin selbst betrieben: „Das ist ein schöner, tierfreundlicher Sport, der die Pferde schont.“

Nach dieser klug durchdachten Geschichte wird es aber wohl so schnell kein weiteres Jugendbuch geben, denn Regine Kölpins vorrangiges Interesse gilt weiterhin Romanen mit zeitgeschichtlichem Hintergrund, die erheblichen Aufwand an Recherchen benötigen. Wie der dritte Band der „Milchhof“-Reihe, an dem sie aktuell arbeitet.

(Traces: Finde mich; 317 Seiten, Taschenbuch; Oetinger Verlag, Hamburg; 13 Euro)

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