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Rehkitze in Gefahr Sander Landwirt sucht Helfer als Bambi-Beschützer

Ein Rehkitz im hohen Gras. Dieses Tier wurde rechtzeitig vor der Mahd entdeckt und gerettet. Mit Drohnen und Wärmebildkameras  gelingt das immer öfter.

Ein Rehkitz im hohen Gras. Dieses Tier wurde rechtzeitig vor der Mahd entdeckt und gerettet. Mit Drohnen und Wärmebildkameras gelingt das immer öfter.

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Sande/Friesland - Die Mahd-Saison auf den Feldern beginnt - und damit droht Gefahr für viele Rehkitze, die im hohen Gras verborgen liegen und in ihrer Kinderstube kaum zu erkennen sind. Die Kitze haben keinen Fluchtinstinkt, vertrauen auf ihre gute Tarnung im Gras und nehmen auch nicht vor herannahenden Mähwerken Reißaus. Das hat früher für viele Kitze den sicheren Tod bedeutet. Immer öfter helfen Jäger und Drohnenpiloten, vor der Mahd die Kitze aufzuspüren und an einen sicheren Ort in der Nähe zu bringen oder die Liegeplätze zu sichern und zu markieren, so dass den Jungtieren durch Mähwerke nichts geschieht. Auch Junghasen oder Vogelgelege können so gerettet werden.

wer was tun kann

Das wird benötigt: ein Jäger sowie zwei bis vier ehrenamtliche Helfer und ein Drohnenpilot. Außerdem: etwa 20 Körbe zum Festsetzen der Kitze und Befestigungsmaterial (Metallhaken oder -heringe) sowie 20 Markierungsfahnen.

Aufgaben des Landwirts: Anmelden der Mahd mindestens 24 Stunden vorher; Benennung der Flächen (z.B. mit Google Maps Screenshot)

Aufgaben des Jägers: Helfer organisieren, Koordination des Einsatzes, Sichern der Kitze, Freisetzen der Kitze nach der Mahd, Bereitstellen und Pflege der Körbe und Fahnen.

Aufgaben des Piloten: Planen und Programmieren der Flüge; die Flüge bei der örtlichen Flugsicherung an- und abmelden. Ausrüstung stellen: Funkgeräte, Drohne mit Wärmebildkamera, Versicherung des Flugs und der Drohne.

Kontakt und nähere Info unter Tel. 01573 4830748 oder 0172 23834580 oder E-Mail an rehkitz-suche-sande@gmx.de.

Frühaufsteher gesucht

In Sande hat sich Landwirt Reemt Borchers vorgenommen, die Kitze mit Hilfe der örtlichen Jägerschaft und Drohnenpiloten aufzuspüren, bevor er mit seinem Mähwerk in der nächsten Woche zur ersten Mahd über seine Felder fährt. „Wir brauchen allerdings dringend Helfer, die die Drohnenpiloten am Boden unterstützen und auf den Feldern die Kitze aus dem Gefahrenbereich bringen“, sagt Reemt Borchers. Denn: Die Ländereien, die vor der ersten Mahd abgeflogen werden müssen, sind ziemlich groß und die Akkus der Drohnen haben meist nur Energie für eine halbe oder dreiviertel Stunde. „Da kann die Drohne, wenn sie ein Kitz im hohen Gras aufgespürt hat, nicht minutenlang in der Luft stehen bleiben, bis das Bodenpersonal vor Ort ist und das Jungtier an einen sicheren Ort getragen hat.“

Insgesamt müssen rund 100 Hektar Grünland abgeflogen werden. Der Drohnenflug erfolgt meist am Morgen wenige Stunden vor der Mahd. Und das heißt: Wer hier helfen kann und will, muss nicht nur gut und flott zu Fuß sein, sondern auch bereit sein, für den Tierschutz sehr früh aufzustehen. Die Einsätze der Helfer werden über eine eigene Whatsapp-Gruppe koordiniert (siehe Infokasten).

31 Kitze gerettet

Unterstützt wird Reemt Borchers dabei von den Drohnenpiloten Thomas Husmann, Andreas Ideus und Frederick Kusch. Haben die Drohnen Tiere aufgespürt, gibt es zwei Möglichkeiten: die Kitze werden behutsam aufgenommen und an einen sicheren Ort in der Nähe getragen, wo sie von der Ricke schnell wieder angenommen werden oder aber die Kitze werden mit so genannten Bäckerkörben gesichert.

Die großen stabilen Kunststoffkörbe werden über die Kitze gelegt und im Boden verankert und der Platz zudem mit einer Fahne markiert. Nach der Mahd werden die Körbe wieder entfernt. „Mit dieser Methode seien auf Sander Feldern im vergangenen Jahr 31 Kitze vor dem Tod durch Mähwerke gerettet worden, sagt Reemt Borchers.

Übrigens: Vor wenigen Wochen hat der Sander Rat beschlossen, den fast in Vergessenheit geratenen Umweltpreis der Gemeinde neu aufzulegen. Borchers plant, die Landwirte, Jägerschaft, Drohnenpiloten und Helfer für den Preis vorzuschlagen.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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