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Restaurant im Hallenbad Hooksiel Politik lehnt weitere Gespräche mehrheitlich ab

Das Restaurant im  Meerwasser-Hallenwellenbad in Hooksiel ist weiter Streitthema.

Das Restaurant im Meerwasser-Hallenwellenbad in Hooksiel ist weiter Streitthema.

Sebastian Urbanczyk

Hooksiel - Die Bemühungen der Bürgerinitiative (BI) zum Erhalt des Meerwasser-Hallenwellenbades Hooksiel und des Investors Carsten Hippenstiel um eine weitere Gesprächsrunde mit Politik, Wangerland Touristik GmbH (WTG) und Verwaltung zum Thema Restaurant im Hallenbad, scheinen ins Leere zu laufen. Ende vergangener Woche hatte die BI um Dietrich Gabbey, Günter Schmöckel und Uwe Diekmann mit Carsten Hippenstiel ein weiteres Gespräch mit den Fraktionsspitzen gefordert. „Eigentlich hatte man uns ein solches Gespräch bereits am 19. April zeitnah versprochen“, so Gabbey. Eine Einladung erfolgte bislang nicht, selbst auf mehrmalige Erinnerungsschreiben hin nicht. „Uns geht es darum, Missverständnisse und gegenseitige Vorwürfe aus dem Weg zu räumen, um das Restaurant so schnell wie möglich zum Laufen zu bringen“, ergänzt Schmöckel. Auch Hippenstiel zeigt sich gewillt, das Projekt weiter umzusetzen: „Ich glaube daran.“

Das sagen die Fraktionsvorsitzenden

Bei den politischen Vertretern scheint der Redebedarf allerdings auf ein Minimum gesunken zu sein. Zwar erklärte sich die CDU-Fraktionsvorsitzende Alice Brandenburg-Bienek grundsätzlich zu einem Gespräch ausschließlich mit dem Investor bereit, allerdings „bin ich davon überzeugt, dass es an unserer Grundhaltung nichts ändern wird. Das ist der Tenor in unserer Gruppe“, sagt Brandenburg-Bienek.

Auch Reiner Tammen, Vorsitzender der Grünen, wäre zu einem Gespräch bereit: „Man sollte immer miteinander reden, ob es am Ende etwas bringt, weiß natürlich niemand.“ Dieter Schäfermeier, Fraktionschef von Pro Wangerland und zugleich Sprecher des ZUW (Zusammenschluss Unabhängiger Wählergemeinschaften: Pro Wangerland, UWW und Freie Bürger), hingegen sieht überhaupt keinen Redebedarf und möchte sich zu diesem Thema auch nicht weiter äußern.

SPD-Fraktionschef Holger Ulfers meint, bislang gebe es keine neuen Fakten, die man bewerten könne. Verwaltung und WTG müssten nun die nächsten Schritte einleiten. „Und die Ergebnisse wird man uns in der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses mit Sicherheit präsentieren, und dann können wir neu bewerten“, sagt Ulfers.

Das sagen Verwaltung und WTG

Während die Politik eher skeptisch und verhalten, teils sogar mit Ablehnung auf das Gesprächsangebot von BI und Investor reagiert, zeigen sich Verwaltung und WTG offener. „Es sind mit Sicherheit Fehler auf beiden Seiten begangen worden“, sagt Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak (SPD). Allerdings müsse man offen sein, um etwaige Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Und auch WTG-Chef Armin Kanning betont, dass er zu Gesprächen mit dem Investor bereit sei.


Viele offene Fragen

Derweil hat auch Kanning gegenüber der Redaktion bestätigt, dass man Kontakt mit dem Interessenten aus Wittmund, der das Hallenbad-Restaurant betreiben möchte, aufgenommen habe. Allerdings unterstrich auch der WTG-Chef, dass man erst den Sachverhalt mit Investor Hippenstiel klären müsse. Und da seien eben noch viele Fragen offen. So soll Hippenstiel noch nicht, wie vereinbart, bis vergangene Woche verlässliche Zahlen dazu vorgelegt haben, wie viel Geld er nun wirklich in die Renovierung des Restaurants gesteckt hat.

Kommentar
Das Restaurant im Hallenwellenbad ist weiterhin geschlossen.

KOMMENTAR ZUM RESTAURANT IM HALLENBAD HOOKSIEL Wenn getroffene Entscheidungen zur Zwickmühle werden

Sebastian Urbanczyk

Auch müsse noch geklärt werden, warum der Investor nur den Saal und nicht den eigentlichen Restaurantbereich mit direktem Zugang zum Bad renoviert hat. Denn nach Kannings Aussage sei es einfach umständlich für die Gäste des Bades, erst aus dem Bad raus und dann durchs Drehkreuz zu gehen, um ins Restaurant zu gelangen. Aus der Sicht von Hippenstiel sei das aber gar nicht möglich gewesen. „Die Fenster und somit der gesamte Bereich des herkömmlichen Restaurants mit direktem Blick auf das Bad waren durch die salzhaltige Luft des Bades schon zu sehr in Mitleidenschaft gezogen“, sagt der Investor.

Was, wenn es keine Einigung gibt?

Zwar haben sich Verwaltung und Investor auf eine außergerichtliche Einigung verständigt, sollte diese aber nicht zustande kommen, stehen der WTG beziehungsweise der Gemeinde eventuell erhebliche Nachzahlungen an den Investor ins Haus. Und woher diese Gelder kommen sollen, müsste ebenfalls geklärt werden. Zur Not müssten andere Investitionen der WTG verschoben werden, so Kanning. Sollten die Gerichte in dem Fall entscheiden, würde das Restaurant vermutlich sogar länger geschlossen bleiben, sodass die Gefahr bestünde, dass der Interessent aus Wittmund noch abspringt.

Auch wenn sich die Eröffnung des Bades selbst aufgrund der andauernden Sanierungsarbeiten noch verzögert – am Ende hätte man inm schlimmsten Fall ein Bad ohne Bad-Gastronomie. Und letztlich bliebe noch die Frage offen, warum alle das Schaffen des Investors quasi stillschweigend hingenommen haben und warum insbesondere die Politik nicht schon vorher zumindest mahnend den Zeigefinger gehoben und gefragt hat, was im Restaurant des Bades eigentlich vor sich geht und ob das überhaupt so gewollt ist.

Sebastian Urbanczyk
Sebastian Urbanczyk Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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