Friesland - Es hatte sich bereits angedeutet, nun ist es offiziell: Die Tischtennis-Saison 2020/2021 wird abgebrochen, alle bisherigen Spiele werden annulliert. Das haben der Deutsche Tischtennisbund (DTTB) für die Ligen von der Ober- bis zur 2. Bundesliga und der niedersächsische Landesverband (TTVN) für alle darunterliegenden Klassen nun beschlossen. Es gibt keinen Aufsteiger, keinen Absteiger, keine Relegation und keine zurückgezogenen Mannschaften. Alle Teams von der Kreis- bis zur Verbandsebene erhalten in der kommenden Spielzeit 2021/2022 das Startrecht in der Liga, der sie zu Beginn der Saison 2020/2021 zugehörig waren.
Ausgenommen vom Saisonabbruch sind vorerst die Altersgruppen Nachwuchs und Senioren auf Landesebene. Aber der Reihe nach:
Die Mehrheit
Bereits Anfang Februar hatte sich das TTVN-Präsidium mit den Vorsitzenden der Kreis-, Regions- und Bezirksverbände ausgetauscht. Dabei sprach sich eine überwältigende Mehrheit für einen umgehenden Abbruch der Saison aus.
Die Unsicherheiten
Präsident Heinz Böhne sagte: „Angesichts der zur Verfügung stehenden Zeit und der großen Unsicherheiten hinsichtlich der pandemischen Entwicklung halten wir es für richtig, die Saison abzubrechen.“ Dr. Dieter Benen, Vizepräsident Wettkampfsport, ergänzte: „Die Situation im Land stellt sich sehr heterogen dar. Während in einigen Teilen die Einfachrunde schon recht weit fortgeschritten war, haben in anderen Regionen einzelne Mannschaften noch kein einziges Spiel bestritten.“
Die Ausnahmen
Ausnahmen gibt es noch für den Nachwuchs- und den Seniorenspielbetrieb. In beiden Altersgruppen bestehe aufgrund kleinerer Gruppengrößen als bei den Damen und Herren durchaus die Hoffnung auf eine Austragung aller noch offenen Spiele, teilte der TTVN mit. Die dazu erforderlichen Entscheidungen werden Anfang April getroffen. Bis dahin wird in den beiden Altersgruppen die Unterbrechung des Punktspielbetriebs zunächst fortgesetzt.
Die Einzeltitelkämpfe
Neben dem abgebrochenen Mannschaftsspielbetrieb im Erwachsenenbereich werden auch die Landesindividualmeisterschaften der Damen, Herren und Nachwuchsklassen nicht nachgeholt. Lediglich für die Senioren bleibt ein Hintertürchen offen. Dazu Ressortleiter Hilmar Heinrichmeyer: „Der DTTB plant die Durchführung der nationalen Seniorenmeisterschaften im Juli. Wir haben von zahlreichen Aktiven die Rückmeldung erhalten, dass sie sich gerne auf sportlichem Weg für die Veranstaltung qualifizieren möchten. Falls es die Regelungen des Landes Niedersachsen zulassen, würden wir die Landesindividualmeisterschaften der Seniorenklassen im Juni durchführen wollen.“
Der Blitzstart
Heinz Böhne machte deutlich, dass der Verband sich ab sofort voll darauf konzentriere, die Vereine bei der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes bestmöglich zu unterstützen. Er betonte: „Durch die Erfahrungen nach dem ersten Lockdown und die dabei entwickelten Hygienekonzepte sind wir zuversichtlich, einen Blitzstart hinlegen zu können, sobald es die Pandemiesituation erlaubt.“ Viel werde davon abhängen, ob die meist in kommunaler Trägerschaft befindlichen Hallen zügig öffnen. Hier hofft Böhne auf die Unterstützung des Landes und des Landessportbundes.
Die Alternativen
Zudem kündigte TTVN-Geschäftsführer Heinz Löwer an, dass man dabei sei, einen „alternativen“ Mannschaftsspielbetrieb zu konzipieren, der es interessierten Spielerinnen und Spielern ermöglicht, die tischtennisfreie Zeit vor den Sommerferien zu überbrücken. Darüber hinaus biete die TTVN-Race Turnierserie eine gute Möglichkeit, sich fit zu halten und wertvolle Wettkampfpraxis zu sammeln. Das TTVN-Race, offene Turniere und Ortsentscheide der Mini-Meisterschaften sollen wieder starten, sobald es die Regelungen des Landes Niedersachsen und die pandemische Entwicklung zulassen.
