Sande - Es geht weiter gut voran auf der rund sechs Kilometer langen Großbaustelle für die Bahnverlegung Sande: Jetzt dauert es nur noch gut ein halbes Jahr, bis auf dem ersten der beiden Gleise der Verkehr freigegeben wird, acht Wochen später, am 24. Juni, sollen die Züge auch auf dem bahnlinken Gleis rollen. Auf der Baustelle werden Tag für Tag die Gleisabschnitte länger. Aktuell werden unter anderem zwischen den beiden Brückenbauwerken am Oldenburger Damm (Nähe Orbis Kreuzung/B210 in Roffhausen) und an der K 294 (Nähe Sander See) die Gleise ins frisch gemachte Schotterbett verlegt. Und auf den Brücken wird bereits der Unterbau für den Fahrbahnbelag aufgetragen.
Bahn frei am 18. April
Die Termine für die Streckenfreigabe sind lange schon fix, aber die Bahn kommt dennoch mit reichlich Verspätung. Lange galt der kommende Dienstag, 12. Oktober, als großer Tag für die Region. Das Datum wurde vor mehr als drei Jahren, im August 2018, zum offiziellen Start der Bauarbeiten von den Projektleitern der Bahn genannt. Unter anderem aufwändigere Gründungsarbeiten machten später eine Korrektur des Datums für die Fertigstellung nötig. Stich- und Feiertage für Sande und die Region sind der 18. April und 24. Juni 2022. Und derzeit deutet nichts darauf hin, dass noch etwas dazwischen kommen könnte, das das Vorhaben und die Fertigstellung erneut verzögert. Bis Ende 2022 soll schließlich auf der gesamten Ausbaustrecke Wilhelmshaven-Oldenburg der elektrifizierte Bahnverkehr rollen. Die Masten für den Fahrdraht stehen bereits.
Ohnehin sieht inzwischen jeder, der rund um Sande unterwegs ist, wie die Arbeiten vorankommen und sich die Landschaft und die künftigen Wege verändern. Denn während die Bahn fast überall am Boden bleibt und nur an zwei Stellen über neuen Brücken oder Überführungen rollt - nämlich über den Ems Jade Kanal sowie an der Viehtrift nördlich der 312 bei Altenhof – ist es bei den anderen Brückenbauwerken der Straßenverkehr inklusive Geh- und Radwegen, der über die neuen Gleise geführt wird. Wartezeiten wegen geschlossener Schranken gehören in und rund um Sande spätestens im nächsten Juni der Vergangenheit an, denn höhengleiche Bahnüberquerungen wird es künftig nicht mehr geben.
Elektrifiziert bis Ende ’22
Damit verschwindet dann allerdings auch wie bereits berichtet der Bahnhaltepunkt in Sanderbusch. Denn die neue zweigleisige Bahnverlegung ersetzt die bestehende innerörtliche Bahntrasse, die zu einem späteren Zeitpunkt zurückgebaut wird. Was auf und mit der alten Strecke geschieht, ist noch offen. Es kursieren bereits Ideen und Wünsche im Ort. Viele hoffen auf eine neue gute ausgebaute innerörtliche Radwegeverbindung.
Zurückgebaut wird dann auch die Behelfsstraße an der K 294. Der Sillandweg wird verlegt und ebenfalls an die neue, verschwenkte Kreisstraße angebunden. Der bisherige Bahnübergang am Sillendweg verschwindet ebenfalls.
