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Anwohner genervt: Zu viel Verkehr in Sander Diekstahlstraße „Kürzeste Verbindung“ sorgt für längeren Ärger

Die Diekstahlstraße in Sande  führt durch ein Wohngebiet. Der Durchgangsverkehr in dieser Straße hat Anwohnern zufolge erheblich zugenommen.

Die Diekstahlstraße in Sande führt durch ein Wohngebiet. Der Durchgangsverkehr in dieser Straße hat Anwohnern zufolge erheblich zugenommen.

Oliver Braun

Sande - Der Ärger der Anwohner in der Diekstahlstraße in Sande ist immer noch nicht verflogen: Die Straße, die durch ein älteres Sander Wohngebiet führt, muss nach wie vor deutlich mehr Verkehr aufnehmen, als nötig wäre. Diesen Eindruck haben Verkehrszählungen bestätigt. Viele Autofahrer, vor allem auch Lkw und Transporter, fahren hier durch, anstatt die Hauptstraße zu nutzen. Offenbar werden vor allem weniger ortskundige Lkw- und Autofahrer, die zum Beispiel zum Nordwest-Krankenhaus wollen, von ihren Navi-Geräten vom Oldenburger Damm kommend hier entlanggelotst, weil es die kürzere Verbindung ist. Die Gemeinde habe sich deshalb bereits schon vor Monaten an drei Hersteller von Navigationssoftware gewandt mit der Bitte, die Diekstahlstraße als kürzeste Verbindung aus ihrem Programm zu nehmen. Das berichtete Fachbereichsleiter Sebastian Janßen im Ratsausschuss für Straßen, Wege und Feuerlöschwesen. Die Anbieter haben bereits zugesagt, das zu ändern. „Inwieweit das bereits passiert ist und die Autofahrer die Updates einspielen, dafür sei nicht mehr die Gemeinde zuständig, so Janßen.

Objektiv nichts geändert

Die Situation in der Diekstahlstraße hatte die SPD erneut auf die Tagesordnung gebracht. „Der erhöhte Durchgangsverkehr in der Diekstahlstraße ist zunehmend zum Problem für die Anwohner geworden“, so Annika Ramke. Nachdem sich die Ausweisung als Anliegerstraße als wenig praktikabel erwiesen hatte, sei über den Landkreis versucht wurden, eine Gewichtsbeschränkung für den Durchgangsverkehr zu erlassen und darüber hinaus die regionalen Taxi-Unternehmen aufzufordern, die Diekstahlstraße nicht als Bypass zu benutzen.

Auch Sebastian Janßen bestätigte, seit sich an der Situation, de vor rund einem Jahr zum ersten Mal im Ausschuss angesprochen wurde, „objektiv nichts geändert“ habe. „Wir brauchen immer noch eine Grundlage, um eingreifen zu können“, so Janßen. Und das ginge nur, wenn objektive Gefahren bestehen. Das sei aber nicht der Fall: Der Verkehr habe zwar zugenommen, die Autos fahren aber nicht zu schnell, sondern halten sich an die vorgegebene Geschwindigkeit von 30 km/h. Auch andere Probleme durch längere Fahrzeuge oder erhöhte Geräuschpegel seien nicht vorhanden, so die Gemeinde dort keine Eingriffsmöglichkeit habe.

Keine rechtliche Handhabe

Die Gemeinde könne auch keine Taxi-Unternehmer anschreiben und sie auffordern, andere Straßen und Wege zu nutzen. „Da haben wir keine Handhabe, irgendwelchen Verkehrsteilnehmern vorzugeben, welche öffentlichen Straßen sie nutzen können und welche nicht“, so Janßen. „Wenn wir als Ordnungsbehörde damit anfangen , bestimmte Wegstrecken auszuschließen, schaffen wir einen Präzedenzfall.“

Reemt Borchers (CDU) erinnerte daran, dass es Gründe dafür gebe, dass die Hauptstraße oft gemieden werde: „Es sind weitere Ampeln installiert worden, an einer Stelle sei Tempo 30 eingerichtet worden, am Straßenrand parken immer mehr Autos – das alles behindere das zügige Vorankommen und die Leute suchen sich andere Wege, wo sie glauben, schneller ans Ziel zu kommen.“


Tatsächlich ist die Umgestaltung der Hauptstraße – die ja eine Kreisstraße ist – aktuell in Arbeit. Wann das Konzept für die Hauptstraße Sande vorgestellt wird, steht noch nicht fest.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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