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Faustdicke Überraschung bei Kandidatenkür der CDU Sande Schulleiter Vogt soll Bürgermeister werden

Sande - Das ist eine faustdicke Überraschung: Die CDU Sande ist von ihrem bislang unterstützen Bürgermeisterkandidaten und Amtsinhaber Stephan Eiklenborg abgerückt und hat bei ihrer Mitgliederversammlung am Freitagabend mit einem einstimmigen Votum den Leiter der Oberschule Sande, Hans-Joachim Vogt, zu ihrem Kandidaten gekürt.

Einer der ihren

Was den Sinneswandel bei den Sander Christdemokraten gut zwei Monate vor der Kommunalwahl am 12. September ausgelöst hat, ist vor allem die Überzeugung, mit einem Kandidaten aus dem eigenen Lager bessere Chancen zu haben, nicht nur den Chefposten im Rathaus zu besetzen, sondern auch der seit über 60 Jahren mit absoluter Mehrheit regierenden SPD die „Alleinherrschaft“ über Sande zu nehmen, sagte CDU-Ortsvereinsvorsitzender Matthias Lührs.

Der parteilose Eiklenborg genießt in der CDU zwar Respekt und Ansehen, ist im Herzen und politischer Grundüberzeugung allerdings Sozi­aldemokrat geblieben. Eiklenborg soll tags zuvor darüber informiert worden sein, dass sich die CDU nun für einen der ihren als Bürgermeister-Kandidaten entscheiden wolle.

Im Bürgermeisterwahlkampf 2014 war Eiklenborg gegen den Willen seiner Partei als Kandidat angetreten und trat schließlich aus der Partei aus, was die Sander Sozialdemokraten ihm bis heute übel nehmen.

Hans-Joachim Vogt hingegen ist CDU-Mitglied und vielen Sandern als langjähriger Leiter der Oberschule Sande bekannt. Der agile 66-Jährige steht eigentlich unmittelbar vor dem Ruhestand. „Aber ich bin noch nicht fertig“,, sagt Vogt, Nach „reiflicher Überlegung“ hat sich Vogt entschieden, den Ruhestand um ein paar Jahre aufzuschieben und politisch aktiv zu werden: und zwar als neuer Chef im Rathaus Sande. „Die Gemeinde hat soviel Potenzial, das es zu heben gelte“, sagt Vogt. Er sei überzeugt, mit neuen Ideen und anderen Ansätzen Sande als Wohn- und Wirtschaftsstandort und auch touristisch voranbringen zu können.


Nun vier Amtsbewerber

Beim neuen Reizthema „Sander Wäldchen“ haben sich die CDU und Vogt auf die Seite der Bürgerinitiative gestellt und sind überzeugt, dass es für Bauplätze und den dringend benötigten Zuzug für Sande Alternativen gibt, als die fast zwei Hektar große grüne Lunge inmitten von Sande abzuholzen.

Damit sind nun vier Kandidatinnen und Kandidaten im Rennen um das Bürgermeisteramt in Sande: Neben Vogt und Eiklenborg sind das außerdem Annika Ramke für die SPD und der parteilose Einzelbewerber Herbert Clemens aus Sande.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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