Sande - Die Gruppe Grüne/FDP/Linke im Sander Rat will rund um den Sander See für mehr Attraktivität sorgen. Das Gelände gilt als Schatz, der noch nicht ausreichend gehoben wurde. Das Gelände soll als Naherholungsgebiet und als „Eventlocation“ zukünftig mehr Beachtung finden, meint die Gruppe und wird am Dienstag, 20. September, 17 Uhr, im Rathaus Sande im Ausschuss für Sport, Kultur und Tourismus einen entsprechenden Antrag einbringen.
Charakter erhalten
Die Gruppe will den Sander See aus „seinem Dornröschenschlaf“ wecken. Dabei soll der Charakter des Badesees erhalten bleiben, zugleich aber eine Verbindung zum Gelände jenseits der Kreisstraße 294 rund um den Marienturm geschaffen werden. Der Wohnmobilstellplatz, das Küsteum, das Marienstübchen mit der Gastronomie sowie die Paddel- und Pedalstation böten gute Voraussetzungen, das Konzept zu erweitern und den See mit einzubeziehen. Grüne, FDP und Linke versprechen sich davon auch eine nachhaltige Werbung für die Gemeinde.
Und die Gruppe wird einen weiteren Antrag einbringen, der sich mit der Geschichte der Gemeinde beschäftigt, und zwar mit einem der dunkelsten Kapitel. Es sollen Erinnerungsorte entstehen, wo im zweiten Weltkrieg Lager existiert haben: ein Zwangsarbeiterlager in Sande Neufeld I (Bereich Breslauer Straße, Königsberger Straße, Danziger Straße), wo in Spitzenzeiten bis zu 6000 Menschen untergebracht waren sowie ein Kriegsgefangenenlager nahe des Ems-Jade-Kanals, das „Lager Mühle“, wo rund 600 Kriegsgefangene ausharren mussten und oftmals gepeinigt wurden.
Wichtige Erinnerungsorte
Viele Einwohner kennen diese Orte nicht einmal, das soll sich ändern. „Erinnerungsorte sind wichtig, um sich der Vergangenheit bewusst zu werden und das Leid der untergebrachten Menschen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen“, heißt es in dem Antrag. Außerdem dienten sie als Mahnung, damit sich Geschichte nicht wiederhole. Mit dem Zweckverband Schlossmuseum sollen Informationstafeln entstehen, die sich denen an anderen Erinnerungsorten im Landkreis Friesland anpassen. Für den Zugang zu weitergehenden Informationen sollen QR-Codes, die mit der Smartphone-Kamera gescannt werden können, auf den Schildern angebracht werden.
Weitere Themen: Fördermöglichkeiten bei Reisen im Zusammenhang mit Städte- und Gemeindepartnerschaften beraten, Rückblick auf den Lesesommer, Ausblick auf die Kulturreihe „Cultura“ zwischen Oktober und Dezember.
