Sande - Wenn zwei Schwache sich zusammentun, dann könnte ein Stärkerer daraus hervorgehen: Das war der Grundgedanke, als sich die finanziell in der Dauerklemme steckende Gemeinde Sande und die ebenfalls in Geldnöten steckende evangelische Kirchengemeinde Sande vor rund einem Jahr Gedanken darüber gemacht haben, ihre Probleme gemeinsam zu lösen. Die Idee: Gemeindehäuser und Veranstaltungsräume der Kirche auch für Veranstaltungen der politischen Gemeinde und somit für alle Bürger zu nutzen.
Fünf-Jahresvertrag
Mit dem heutigen Mittwoch, 1. September, wird der zunächst auf fünf Jahre befristete Vertrag zwischen Gemeinde Sande und ev. Kirchengemeinde Sande wirksam. Die Gemeinde und damit die örtlichen Vereine, Verbände, Firmen und Privatpersonen dürfen die beiden Gemeindehäuser in Cäciliengroden („Die Brücke“) und in Sande nun mitnutzen.
Die Häuser sind daher keine „evangelischen“ Gemeindehäuser mehr, sondern nur noch Gemeindehäuser. Der Schriftzug „Evangelisches“ an der Fassade wurde am Dienstag abgeschraubt. Alle Gruppen, Kreise und Veranstaltungen finden dort weiter statt, die die Kirchengemeinde dort bisher ausgerichtet hat. Mit dem erweiterten Publikumskreis wird nur der Terminkalender voller und die Räume werden häufiger genutzt.
Die Gemeinde Sande lässt sich den Kauf des Mitnutzungsrechts in beiden Gemeindehäusern jährlich pauschal 30 000 Euro kosten. Eigentümerin bleibt aber die ev. Kirchengemeinde, betont die Vorsitzende des Gemeindekirchenrats, Astrid Kasjens. Die Buchung der Räume erfolgt über das Kirchenbüro (Tel. 04422/642).
Rechtzeitig anfragen
Für Vereine, Gruppen und Verbände, die dort ihre Versammlungen abhalten, sind die Räume kostenlos, müssen aber natürlich dennoch rechtzeitig angefragt und gebucht werden. Saalmieten werden in aller Regel für Veranstaltungen fällig, zu denen Eintritt verlangt wird oder die kommerzielle Zwecke verfolgen, sowie für private Feste.
Für Bürgermeister Stephan Eiklenborg ist dieser Weg – unabhängig vom Votum für das Dorfgemeinschaftshaus Cäciliengroden – genau richtig: „Das Gemeindehaus an der Hauptstraße ist groß genug, liegt zentral, der große Saal hat eine Bühne.“ Dort könnte ab 2022 die „Cultura“-Reihe neu aufgelegt werden und könnten auch andere Gruppen Bühnenprogramm veranstalten. Neben dem großen Saal stehen in Sande zwei kleine Räume mit 15 und ca. 50 Plätzen sowie in Cäciliengroden im Gemeindehaus ein weiterer Saal zur Verfügung
