Sande - Für die SPD im Gemeinderat Sande könnte es künftig ungemütlich werden. Einen ersten Vorgeschmack auf die neue Ratsperiode bekamen die Sozialdemokraten um Fraktionsvorsitzende Annika Ramke am Donnerstag bei der konstituierenden Sitzung im Rathaus Sande. Zwar ist die SPD mit zehn Sitzen immer noch stärkste Kraft im Rat, aber die absolute Mehrheit hat sie verloren. Denn die Gruppen Bürger für Sande (BfS)/CDU mit insgesamt acht Mandaten und Grüne/FDP/Linke mit insgesamt vier Mandaten kommen zusammen auf zwölf Sitze. Bürgermeister Stephan Eiklenborg (parteilos) hat den 23. Sitz im Rat. Elf der 22 Ratsvertreter sind neu dabei. Und mit BfS und Torge Heinisch für die Linke ist das politische Farbspektrum bunter. So kann die SPD nun überstimmt werden und muss künftig um Mehrheiten kämpfen. Ungewohnt für die Sozialdemokraten, die in Sande jahrzehntelang durchregieren konnten.
SPD kann sich nicht durchsetzen
Dass das jetzt wirklich vorbei ist, bekam die SPD direkt zu spüren, denn die Sozialdemokraten konnten sich mit ihren Kandidaten weder beim Ratsvorsitz noch beim stellvertretenden Bürgermeister durchsetzen. Statt dem Vorschlag der SPD zu folgen und Achim Rutz zum Ratsvorsitzenden zu wählen, entschied sich die Mehrheit mit zwölf zu elf Stimmen für wählte Manuela Mohr von der CDU. Mohr hat bereits Ratserfahrung, sie saß schon einmal für zehn Jahre im Gemeinderat; sie freute sich über die Wahl: „Das ist für mich ein aufregender Moment, ich werde mein Bestes geben“, versprach sie. Sie lobte die gute Bürgerbeteiligung – gut 20 Sanderinnen und Sander hatten an der Sitzung teilgenommen – und die vielen neuen und jungen Gesichter im Rat. „Meine Glückwünsche an alle Gewählten“, sagte sie. Stellvertretende Ratsvorsitzende ist Isabel Bruns (SPD), sie wurde bei einer Enthaltung gewählt.
Nur noch ein stv. Bürgermeister
Auch Michael Ramke (SPD) ging leer aus: neue stellvertretende Bürgermeisterin ist Kirstin Anders-Pöppelmeier (Grüne), auch sie setzte sich mit zwölf zu elf Stimmen gegen Ramke durch, der das Amt des 1. stv. Bürgermeisters jahrelang innehatte. Einen weiteren Stellvertreter wie in den Jahren zuvor wird es für Bürgermeister Stephan Eiklenborg in dieser Ratsperiode vorerst nicht geben – auch mit diesem Vorschlag scheiterte die SPD-Fraktion am Votum von BfS/CDU und Grüne/Linke/FDP.
Einige kleinere Änderungen gibt es bei der Geschäftsordnung, ansonsten waren in der Sitzung die Ausschüsse und der Verwaltungsausschuss zu besetzen. Der Rat entschied sich dafür, dass in dieser Ratsperiode wieder sieben Ratsleute statt bisher fünf einem Ausschuss angehören. Eine Ausnahme ist der Schulausschuss. Dort sitzen zusätzlich Lehrer- und Elternvertreter der Sander Grundschulen, teils auch mit Stimmrecht.
