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Nach der Kommunalwahl Ein mittelschweres Erdbeben in Sande

Sande - Katerstimmung bei der SPD und bei der CDU, Enttäuschung bei den Grünen und Riesenjubel bei der neuen Wählergruppe „Sander Bürger für Sande“ (BfS): Die aus der Initiative „Rettet das Sander Wäldchen“ erst im Juli hervorgegangene Wählergruppe ist bei den Kommunalwahlen in Sande mit einem fulminanten und in dieser Höhe kaum erwarteten Ergebnis von fast 22 Prozent über die Ziellinie gegangen. Sie wurde auf Anhieb zweitstärkste politische Kraft und beendete die jahrzehntelange Vorherrschaft der SPD, die über 17 Prozentpunkte einbüßte und nur noch auf auf 46 Prozent kam, aber weiterhin stärkste Fraktion bleibt.

Meinung

KOMMENTAR Große Erwartungen

Oliver Braun

Neben der neuen Wählergruppe ist künftig auch die Linke mit einem Sitz im Sander Gemeinderat vertreten. Statt bislang vier gehören nun sechs Parteien und Wählergruppen dem neuen Gemeinderat an, der sich im November konstituieren wird.

Künftig im Rat

SPD: Olaf Lies, Annika Ramke, Michael Ramke, Isabel Bruns, Uwe Wispeler, Thorben Arians, Achim Rutz, Thomas Ney, Ruth Bohlke, Frank BehrensBfS: Nikolai Dumke, Carsten Tschackert, Anke Heitmann, Stefanie Ahlrichs, Maik NeubertCDU: Matthias Lührs, Manuela Mohr, Reemt Borchers Grüne: Kerstin Anders-Pöppelmeier, Madeleine ZaageFDP: Frank DavidLinke: Torge Heinisch

Frenetischer Jubel

„Solch ein Bombenresultat, das ist unglaublich“, sagt der künftige Ratsherr Carsten Tschackert von „Bürger Für Sande“. „Wir hatten sehr wenig Zeit für die Erstellung unseres Wahlprogramms und für den Wahlkampf, aber wir haben in den letzten Wochen alle an einem Strang gezogen und alles gegeben und das ist das Resultat“, ergänzt Nikolai Dumke, der nun ebenfalls Mitglied des neu gewählten Sander Gemeinderates ist. Die neue Fraktion hat viel vor und will weit mehr bewegen, als den Sander Wald vor einer Wohnbebauung zu retten.

Die CDU ist enttäuscht über das eigene Wahlergebnis: „Wir haben mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten, guten Inhalten und einem intensiven Wahlkampf versucht, den Bürgern eine gute Alternative zur SPD zu bieten“, so Vorsitzender Matthias Lührs. Er gratuliert der Wählergruppe zum Erfolg: „Dass es gelungen ist, die absolute Mehrheit der SPD in Sande endlich zu beenden, wird Sande guttun.“

Dass die abgestützte SPD immer noch einigermaßen gut dasteht, hat sie zu einem Großteil ihrem Zugpferd Olaf Lies zu verdanken, der als Landesminister zwar nur selten an Ausschuss- und Ratssitzungen teilnehmen kann, aber Schlimmeres verhindert hat und mit 1754 Stimmen die meisten Wählerstimmen zog.

SPD will stärker werden

Dass seiner Partei mit der neuen Wählergruppe starke Konkurrenz erwachse, sei zu erwarten gewesen, sagt SPD-Vorsitzender Hanno Jelken-Herfurth. „Wir haben mit Einbußen gerechnet. Wenn eine neue Wählergruppe antritt, muss jeder mit Verlusten rechnen. Aber wir sind stärkste Fraktion geblieben und können noch stärker werden, wenn wir auch die Bürgermeisterin stellen.“

Balsam auf die geschundene Sander SPD-Seele ist ihr Abschneiden bei der Kreistagswahl: In Sande bleibt die SPD dominante Kraft mit 51,19 Prozent. Alle anderen Parteien rangieren weit abgeschlagen.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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