Sande - Saisonstart im Museum im Landrichterhaus Neustadtgödens: Ab diesem Samstag, 27. März, stehen die Tore wieder offen.

Öffnungszeiten des Landrichterhauses

In Corona-Zeiten öffnet das Museum im Landrichterhaus Neustadtgödens zunächst eingeschränkt freitags und samstags von 14 bis 17 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr.

Besucher sollten sich anmelden unter Tel. 04422/ 95 88 10 bzw. 04422/ 4199. Im Museum gilt Maskenpflicht. Erster Öffnungstag ist Samstag, 27. März.

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland: Auf eine Anfrage aus Köln erließ der römische Kaiser Konstantin vor 1700 Jahren ein Edikt, wonach Juden in Ämter der Kurie und der Stadtverwaltung berufen werden konnten. Dieses Dekret aus dem Jahr 321 gilt als der älteste Beleg für die Existenz jüdischer Gemeinden im heutigen Deutschland.

Zu sehen gibt es dort dann eine neue Ausstellung über Richard Stein, den letzten jüdischen Gemeindevorsteher in Neustadtgödens – als Beispiel für Aufstieg und Niedergang der jüdischen Gemeinde.

„Wir erhoffen uns mit der Beschäftigung jüdischen Lebens, die jüdische Kultur in unserer Region besser kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen“, sagt Museumsleiter Stephan Horschitz. Ab Mitte April wird es zur Ausstellung auch eine spezielle App geben, die sich mit dem vielfältigen jüdischen Leben beschäftigt. Unter „Jüdisches Leben in Neustadtgödens“ wird die App dann im Google App Store zur Verfügung stehen.

Das Museum im Landrichterhaus beteiligt sich mit der Ausstellung am bundesweiten Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

„Richard Steins Leben dokumentiert zum einen den Niedergang einer einst großen jüdischen Gemeinde. Er steht zum anderen exemplarisch für das Schicksal vieler ostfriesischer Juden. Sein Leben zeugt von einem Weg, der auf Augenhöhe mit seinem christlichen Umfeld begann und mit der völligen Entrechtung, Vertreibung und schließlich der physischen Vernichtung endete“, sagt Museumsleiter Horschitz.