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„Synergiepark“ in Sande Ideen und Gerüchte rund um einen Industriepark an der B 436

Sande/Neustadtgödens - Die für Ende Februar/Anfang März angekündigte Informationsveranstaltung über den geplanten „Synergiepark“ der Schloss-Gödens-Gruppe an der B 436 in Höhe Neustadtgödens findet nicht statt – vorerst jedenfalls nicht. Es werde erst einen Termin geben, „sobald klar ist, welche Gedanken und Überlegungen zu möglichen Vorhaben sich verfestigen und konkret werden“, teilte Sandes Bürgermeister Stephan Eiklenborg auf Anfrage mit.

Um was geht es?

Die Gerüchte über einen Industriepark auf dem Grünland zwischen B 436 und Tichelboeweg in Gödens haben unter Anwohnern und Landpächtern große Besorgnis ausgelöst. Sie fürchten um die ländliche Idylle beziehungsweise um ihre Existenz. Das Areal gehört der Schloss-Gödens-Gruppe. Mehrere Landwirte wären betroffen.

Die Anwohner hatten Anfang Februar im Planungsaustausch ihren Unmut geäußert und nach Informationen zu dem „Synergiepark“ gefragt. Daraufhin hatten Eiklenborg und Maximilian Graf von Wedel, Geschäftsführer der Schloss-Gödens-Gruppe, eine öffentliche Info-Veranstaltung angekündigt.

Welche Größenordnung ist im Gespräch?

Nach den Worten von Anwohnern könnte vor ihrer Haustür ein Industriegebiet von etwa 150 Hektar Größe ausgewiesen werden. Davon ist aber inzwischen – rund vier Wochen nach Bekanntwerden der Pläne – offenbar nicht mehr die Rede.

„Im Moment kann mit 45 bis 50 Hektar etwas umgesetzt werden, was Sinn macht“, sagt Stephan Eiklenborg, „darüber wird nachgedacht.“ Auch aus der Sander Politik ist zu hören, dass die anfangs genannte Größenordnung des „Synergieparks“ zu hoch angesetzt sei. Aktuell sei wohl ein deutlich kleinerer Umfang im Gespräch.


Bürgermeister Eiklenborg sagt allerdings auch: Ginge es nach ihm, sollte möglichst größer geplant werden, denn „der finanzielle Nutzen ist einfach eine Chance für die Zukunft der Gemeinde, die genutzt werden muss“. Teile der Politik schätzen dies ebenso ein.

Was könnte im „Synergiepark“ entstehen?

Zu der Frage, was dort, an der B 436, entstehen könnte, äußern sich weder Eiklenborg noch Maximilian Graf von Wedel. Und Olaf Lies, SPD-Ratsherr in Sande, Anwohner des Tichelboewegs und niedersächsischer Wirtschaftsminister, hat eine Anfrage um nähere Angaben nicht beantwortet.

Nach Informationen dieser Zeitung ist eine Elektrolyse im Gespräch, ferner ein Werk zur Produktion von Photovoltaik-Modulen, ein Umspannwerk und eine Fischzuchtanlage. Letztere wohl deswegen, weil damit die Abwärme industrieller Prozesse genutzt werden könnte.

Wieso eine Elektrolyseim Binnenland?

Eine Elektrolyse, also die Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff, könnte am Standort B 436/Gödens aus zwei Gründen Sinn ergeben: Zum einen liegen die beiden Hochspannungsleitungen zwischen Wilhelmshaven und Conneforde ganz in der Nähe.

Zum anderen verläuft durch das Areal das Leitungsbündel des Kavernenbetreibers Storag Etzel GmbH. Neben einer Öl-Pipeline besteht es aus einer Seewasser- und einer Sole-Leitung. Das heißt: Strom und Nordseewasser als Grundstoffe für die Elektrolyse stünden vor Ort zur Verfügung.

Überdies verläuft eben dort auch die im vergangenen Jahr neu verlegte LNG-Leitung Wilhelmshaven-Horsten/Etzel. Diese Leitung ist „H2-ready“ und soll perspektivisch auch Wasserstoff transportieren. Auch die Verkehrsanbindungen sind gut: Über die B 436 ist es nicht einmal einen Kilometer bis zur Autobahn 29. Und mit dem Jade-Weser-Airport in Mariensiel verfügt Sande sogar über einen Flugplatz, der auch von Geschäftsreisenden genutzt wird.

Von wie vielen Arbeitsplätzen ist die Rede?

Zuverlässige Angaben liegen nicht vor. Für das PV-Modul-Werk ist von 60 bis 80 Jobs zum Start die Rede. Diese Zahl könnte auf mehrere Hundert oder sogar 1000 in weiteren Ausbaustadien steigen.

Wie ist der Sachstand?

Klar scheint, dass es sich derzeit tatsächlich „nur“ um Überlegungen und erste Vorstellungen handelt. Wie zu hören ist, gibt es immer wieder auch neue Informationen und Ideen. Ob zum aktuellen Zeitpunkt bereits konkrete Investitionspläne vorliegen, ist unklar.

Wie geht es weiter?

Eiklenborg spricht von einem „schwebenden Prozess“. Er sei aber ist zuversichtlich, dass der dieser „Denkprozess in eine konkrete Planung“ münden werde. „Wenn eine konkrete Planungsabsicht besteht, wird entsprechend mit den dann vorliegenden Fakten informiert“, erklärt der Bürgermeister.

Wann das der Fall sein könne, stehe nicht fest. Manche Vertreter der Politik haben indessen Zweifel, ob sich die Überlegungen wirklich zu Investitionsplänen verfestigen.

Jörg Grabhorn
Jörg Grabhorn Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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