Sande - Dass man sich’s zu Hause auch ohne Geld schön machen kann, zeigt gerade Sande mit der Umgestaltung seines Rathausplatzes. Die wenig einladende grüne Wiese, die mit einem markanten Baum und einem Zickzack-Weg aus Waschbetonplatten viele Jahre lang das Bild vor dem Rathaus bestimmte, verschwindet allmählich von der Bildfläche und macht Platz für einen öffentlichen Garten. Noch ist die Neuanlage nicht ganz fertig, aber man ahnt schon, wie es bald einmal aussehen soll.

So wurden dort weitere Bäume gepflanzt, die Wege wurden neu angelegt und nehmen sanfte Kurven, der Rasen ist neu angesät, bald schon sollen dort auch Sitz- und Liegebänke aufgestellt werden. Ein Sonnenbad unter dem Bürofenster des Bürgermeisters, der Bauamtschefin oder der Standesbeamtin – warum nicht?

Für die Kinder sind Spielgeräte vorgesehen, Die Skulpturen des Wilhelmshavener Künstlers Hartmut Wiesner, die vor dem Sander Bürgerhaus standen, wurden schon vor einiger Zeit neu platziert; das Haus ist Vergangenheit – dort steht nun der Rossmann-Neubau.

Viel Grün dominiert also vor dem roten Rathaus. Das mag als politisches Farbenspiel sehen, wer will.

Tatsache ist: Die rund 180 000 Euro teure Umgestaltung findet nicht nur Fürsprecher. Gerade mit Blick auf die nach wie vor angespannte finanzielle Lage der Gemeinde Sande gibt’s auch Kritik. Zwar wurde das meiste Geld aus dem fast ausgeschleckten Fördertopf zur Dorferneuerung zusammengekratzt, aber Sande muss eben doch rund 47 000 Euro aus eigener Tasche beisteuern. In den sozialen Medien gibt es nicht wenige Stimmen, die sagen, dass man auch dieses Geld sinnvollen ausgeben könnte.


Die Umgestaltung des Rathausplatzes ist aber nur ein Teil des Vorhabens: denn auch die Hauptstraße selbst, sprich die Fahrbahn zwischen Rathausplatz und dem Marktplatz auf der gegenüber liegenden Seite, bekommt über 100 Meter eine rote Einfärbung. Die beiden zentralen Plätze Sandes rücken gefühlt etwas näher zusammen und lassen den gesamten Bereich mehr als „die Ortsmitte Sandes“ wirken. In einigen Wochen soll in diesem Bereich zeitlich begrenzt Tempo 30 eingeführt werden. In den verkehrsarmen Zeiten abends und nachts sollen demnach weiterhin 50 km/h erlaubt sein.

Ein Jahr lang will man sich ansehen, wie sich Verkehrsverhalten, Verkehrsdichte und Unfallgeschehen verändern. Und dann wird erneut beraten, ob und wie man nachsteuern muss.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever