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Sande im Friesland Check Bienengemeinde sollte auchwirtschaftlich brummen

Sande - Sande ist Bienengemeinde - soll zugleich aber auch wirtschaftlich brummen. Doch große Reizthemen sind die Verkehrsbelastung, der Wohnungsmarkt – der aktuell von der Debatte um den Erhalt des Sander Wäldchens dominiert wird – und die Bautätigkeiten im Ort sowie der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen.

Wohnungsmarkt

Schwieriges Thema: Einige Sander wollen endlich bauen, die Politik würde auch gern ein neues Baugebiet ausweisen, doch viele Bürger wollen dafür nicht das so genannte Sander Wäldchen opfern. Die Entscheidung wird der neue Gemeinderat treffen.

Unbestritten ist, dass in Sande weitere Wohnungen gebraucht werden. „Es ist schade, dass jeder Fleck mit überteuerten Häusern bebaut wird“, moniert ein Teilnehmer des Friesland Check. Man solle nicht jeden Flecken versiegeln, sondern mehr auf den alten Bestand setzen“, meint ein Bürger. Andere drängen auf neue Baugrundstücke.

Verkehrsbeslastung

Auf den Straßen und in den Wohngebieten werde zu schnell gefahren – eine Problem, das Sande keineswegs exklusiv hat. Ob landwirtschaftlicher Verkehr, dichter Verkehr auf der Hauptstraße, die nahe Autobahn, der Rettungshubschrauber und Krankenwagen – besonders im Zentrum ist ordentlich was los. Die Wünsche reichen von mehr Tempo-30-Zonen und Bodenschwellen bis hin zum Gegenteil: Nicht noch mehr Verkehrsbeschränkungen für die Bürger, die morgens zur Arbeit fahren müssen.


Nahversorgung

Mit der Ansiedlung von Rossmann ist in Sande im Frühjahr der langgehegte Wunsch nach einem Drogeriemarkt im Ort in Erfüllung gegangen. Zudem sorgen mehrere Bäcker, eine Fleischerei sowie vier Supermärkte und Discounter am Marktplatz und der Sander Hauptstraße für alles, was man täglich braucht. Nur wenig zu bieten hat Sande aus Sicht der Sander in Sachen „Einkaufserlebnis“: Ein überregional bekannter Modellbauladen, Küchenstudio mit Feinkostabteilung, ein kleiner Juwelier und ein Fahrradladen – das war’s dann eigentlich auch schon fast. Zum Shopping-Glück fehlen in Sande Modehäuser, Schuhgeschäfte oder auch Spielwaren. „Und der Wochenmarkt könnte auch mal nachmittags stattfinden, damit auch Berufstätige dort einkaufen können“, wünscht sich ein Bürger.

Gastronomie

Die Sander sind zufrieden mit den gastronomischen Angeboten im Ort – wobei sich das Gros der Restaurants entlang der Sander Hauptstraße aufreiht. Dort bieten Hotel und mehrere Restaurants gutbürgerliche deutsche Gerichte, fernöstliche, italienische oder griechische Küche. Die Qualität sei überwiegend sehr gut, aber die Sander hätten auch nichts gegen mehr Abwechslung. Unter anderem ein mexikanisches Restaurant würde ihnen schmecken. Klein, aber kultig ist die Kneipenszene in Sande.

Ärzteversorgung

Sande ist Standort des Nordwest-Krankenhauses, das mit dem Vareler St.-Johannes-Hospital die Friesland-Kliniken bildet. Die Häuser genießen einen guten Ruf, doch in der Fachärzteversorgung vermissen die Sander einen Kinderarzt, eine Gynäkologin und einen HNO-Arzt oder -Ärztin.

Kinderbetreuung

In Sande entsteht bis zum Jahresende am Erlenweg eine neue Kita, in Neustadtgödens gibt es inzwischen sogar zwei. Schön, aber reicht noch nicht, meinen Sander Bürger. Eine andere kritisiert: „Es ist ärgerlich, wenn Erzieherinnen die Kinder wegen eines leichten Schnupfens wieder nach Hause schicken. Wie soll man da als berufstätige Mutter planen können?“ Die Gemeinde müsse auch mehr für die Jugend tun. In der Kinderbetreuung liegt Sande im Friesland Check auf den hinteren Rängen.

Kultur

„Kulturell wird in Sande nichts geboten, außer die ,Scharfe Ecke‘ bietet etwas“, so ein Umfrage-Teilnehmer. Andere fühlen sich mit Angeboten wie Sander Frühling, Lesesommer, Landpartie, Bücherherbst oder dem Sander Markt recht gut versorgt in Sachen Veranstaltungsprogramm.

Mehr machen ließe sich im Sommer am Sander See: Eine kleine Bühne mit Live-Musik, Bier und Bratwurst – das fehlt Sande noch.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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