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Sande im Friesland Check Sorge um Nahverkehr im Ort

Sande - Sande hat den Sander See, das Idyll Gut Altmarienhausen, Park und Prunk mit dem Wasserschloss Gödens, den Deich und die Salzwiesen, die Gemeinde bietet Wassersport und Naturerlebnis auf dem Ems-Jade-Kanal. Und samstags wieder Disco. Es gibt einen für die Region nicht ganz unbedeutenden Flugplatz, einen Bootshafen, zwei sehenswerte Mühlen und eine zwar sehr kleine, dafür aber sehr muntere Kneipenszene.

Und doch: Im kreisweiten Vergleich beim Friesland-Check ist Sande das Schlusslicht unter den acht Städten und Gemeinden. In Sachen Lebensqualität, Sicherheit, Kinderbetreuung und Kultur rangiert Sande kreisweit jeweils auf dem letzten Platz, in allen anderen Kategorien wie Verkehr, Nahversorgung oder Wohnungsmarkt nur im Mittelfeld. In keiner Kategorie hat Sande frieslandweit die Nase vorn. Allerdings haben von den 4506 Teilnehmern des Friesland-Checks nur 239 – das entspricht 5 Prozent aller Teilnehmer – Sande „gecheckt“ und benotet.

Lebensqualität

Fokussiert man den Blick vom Landkreis auf die Gemeinde Sande, dann schneidet dort die Lebensqualität –neben der Sauberkeit, der Nahversorgung und Seniorenfreundlichkeit – allerdings am besten ab. „Ich lebe sehr gern in Sande, genieße die schönen Radwege, die manchmal besser sein könnten“, so ein Umfrage-Teilnehmer. Oder: „Wo andere Urlaub machen, bin ich zu Hause.“ Das klingt nicht nach letztem Platz.

Es gibt aber auch gegenteilige Äußerungen: „Sande wird mehr und mehr verdichtet, die Lebensqualität sinkt rapide". Wie in Jever hat sich auch in Sande die Saatkrähenpopulation zu einem Problem entwickelt, für das viele Bürger Lösungen fordern: „Am Falkenweg, rund um die Turnhalle und auf dem Friedhof ist es wie eine Belagerung“. Auch in Cäciliengroden werden es immer mehr der ungeliebten, aber streng geschützten Vögel.

Nahverkehr

Was wird aus der Haltestelle Sanderbusch, wenn 2022 die Bahnverlegung Sande in Betrieb geht und die Züge nicht mehr durch, sondern um Sande herum fahren? „Durch den Wegfall des Bahnverkehrs in Sanderbusch wird dringend ein Konzept für die kurzgetaktete Anbindung des Hauptortes an den Sander Bahnhof benötigt. Stichwort Krankenhaus und Oberschule“, mahnt ein Umfrageteilnehmer. Andere befürchten: „Durch die Stilllegung der Haltstelle Sanderbusch wird vieles in Sande sehr erschwert.“


Kritik gibt es auch an den Busverbindungen aus und zu den Sander Dörfern: „Ohne Auto ist man in den Randgebieten verloren.“ Allerdings: Ein mit viel ehrenamtlichem Engagement aufgezogenes Bürgerbus-Projekt, mit dem man diese Probleme lösen wollte, scheiterte vor wenigen Jahren mangels Akzeptanz.

Sicherheit

Vandalismus, Ruhestörungen, Raser: Viele Sander Bürger wünschen sich mehr (Verkehrs-)Kontrollen und Polizeipräsenz, aber auch direkte Ansprechpartner in den Dörfern. An der Hauptstraße, aber auch in den Wohngebieten sollte sich die Polizei nach Ansicht vieler Sander viel häufiger blicken lassen.

Und mancher Senior und Seniorin empfindet Unbehagen durch den größer gewordenen Anteil Fremder.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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