Sande - „Traurig“: So schildert Astrid Kasjens ihre Gefühlslage. Der Vorsitzenden des Sander Gemeindekirchenrats geht es wie den meisten: Die Nachricht, dass Pastor Jörg Zimmermann mit seiner Frau Ute Zimmermann-Thiel nach viereinhalb Jahren in Sande in seine Heimatregion ins Rheinland zurückkehrt und zum 1. April eine Pfarrstelle in der Stadt Neuss antritt, sei „unglaublich schade“ für Sande; Zimmerman habe seit 2016 „ganz großartig gewirkt“. Gleichwohl könne sie Zimmermanns Beweggründe verstehen.
Abschied am 28. März
Pastor Jörg Zimmermann nannte, ohne näher ins Detail zu gehen, sowohl private als auch dienstliche Gründe, jetzt doch noch mal die Koffer zu packen und ein neues Kapitel aufzuschlagen. Er sei 59 Jahre alt, habe noch etwa sieben Berufsjahre vor sich, sagte Zimmermann. „So viele Gelegenheiten, sich noch einmal auf den Weg zu machen, bieten sich bis zum Ruhestand wohl nicht mehr.“ Als er und seine Frau 2016 aus Bonn nach Sande kamen, hatten sie schon die Idee, „hier bis zur Pensionierung zu bleiben“. Die Dinge haben sich anders entwickelt – nun kehren die beiden ins Rheinland zurück. Seine neue Pfarrstelle sei nur eine halbe Stunde mit dem Fahrrad von seinem Elternhaus entfernt.
Er sei für vieles der vergangenen viereinhalb Jahre sehr dankbar, sagte Zimmermann und nannte ausdrücklich den Gemeindekirchenrat, der in einer sehr schwierigen Zeit Zusammenhalt bewiesen hat. Er verlasse Sande auch mit einem weinenden Auge. Mit all den Befürchtungen und Problemen, die sich im Sparkurs in der Kirchengemeinde Sande aufgetan haben, mit der Diskussion um die Zukunft des Kirchenstandorts in Cäciliengroden habe sein Weggang nichts zu tun, betont er.
Kleine Verabschiedung
Vermissen werde er unter anderem seinen Gospelchor, der wegen Corona seit fast einem Jahr ruht, und seine Konfirmandengruppen. Wenn es Corona zulasse, werde er im April für zwei Konfirmationsgottesdienste nach Cäciliengroden zurückkehren.
Auch Kreispfarrer Christian Scheuer dankte Zimmermann für vertrauensvolle und verlässliche Zusammenarbeit, die er gern mit ihm fortgesetzt hätte. Er erinnerte daran, dass Jörg Zimmermann die Kirchengemeinde Sande in einem großen Wandlungsprozess übernommen hat und sich nicht scheute, auch unangenehme Themen anzupacken.
Ein Verabschiedungstermin ist für Sonntag, 28. März verabredet. Dann soll es für Zimmermann in der Christuskirche Cäciliengroden – soweit das unter Coronabedingungen möglich ist – um 15 Uhr mit einer begrenzten Anzahl von Gemeindemitgliedern einen Gottesdienst geben, der auch auf der Homepage gestreamt wird.
