Sande - Viele Sander trauern um Waltraud Richter, geborene Jakobs, die nach kurzer schwerer Krankheit am 17. Mai im Alter von 91 Jahren gestorben ist. 22 Jahre gehörte sie dem Gemeinderat an, war zehn Jahre stellvertretende Bürgermeisterin und stets Kämpferin für soziale Belange. Sie hinterlässt vier Kinder, fünf Enkel und vier Urenkel.

Nach ihrem Schulbesuch wurde sie Näherin in einem Sander Textilbetrieb, war kurz bei Olympia und ließ sich zur Imkerin ausbilden. In Westfalen perfektionierte sie ihre Kenntnisse als Bienenzüchterin, um sich dann mit rund 100 Bienenvölkern und 300 Hühnern in Sande selbstständig zu machen.

Als Alleinerziehende mit vier Kindern fand sie bei einer Kur Gefallen an der Sozialarbeit des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Für den setzte sie sich dann zwei Jahrzehnte in Sande und Friesland ein. So kam sie 1975 zur SPD und zur Kommunalpolitik.

Waltraud Richter gründete den LAB-Ortsverein und die Seniorenbetreuung. Sie sammelte Spenden für das Müttergenesungswerk und setzte Akzente bei der Seniorenarbeit. 15 Jahre leitete sie den SPD-Arbeitskreis 60 plus. Sie wurde 1998 mit dem Bundesverdienstkreuz und 2010 mit der „Willy-Brandt-Medaille“ geehrt und war im hohen Alter Autorin des Buchs über „120 Jahre Frauenleben“, in dem sie vier Generationen von ihrer Urgroßmutter bis zu sich selbst beschrieb. Ein persönliches Highlight erlebte sie 1977 mit einer Freundin. Gemeinsam gewannen sie bei einen Fernsehquiz 15 000 Euro.