Sande - Ein Unfall auf einem Bahnübergang zwischen Sande und Schortens am Samstag gegen 17 Uhr hat für Zugverspätungen gesorgt: Nach Auskunft der Nordwest-Bahn war eine Frau beim Überqueren des Bahnübergangs so schwer gestürzt, dass der Notarzt gerufen werden musste.

Die Nordwest-Bahn informierte die Triebfahrzeugführer auf der Strecke Esens-Sande – eine Verspätung von 30 Minuten hatte der Einsatz zur Folge, weitere Züge verspäteten sich ebenfalls.

Der Fahrgastverband Pro Bahn Ems-Jade bemängelt zudem weitere Zugausfälle am Samstag: „Auf der Linie RE 19 fielen sämtliche Züge aus! Damit entfällt diese Linie komplett“, so Pro Bahn-Vorsitzender Hans-Joachim Zschiesche. Auf der Strecke Wilhelmshaven-Oldenburg finden weiter Bauarbeiten statt – doch laut Sonderfahrplan sollten am 27. Juni die Züge alle verkehren.

„Auf der Linie RB 59 Sande-Esens wurde das ausfallende Zugpaar an frühen Abend zumindest mit einem Schienenersatzverkehr ersetzt“, so Zschiesche.

Aus der Begründung der Nordwest-Bahn „Betriebliche Gründe“ leitet Pro Bahn ab, dass offenbar wieder ein Mangel an Triebfahrzeugführern bei der Nordwest-Bahn herrsche.


„Wir waren eigentlich nach Gesprächen mit Vertretern der Nordwest-Bahn davon ausgegangen, dass das Verkehrsunternehmen den Personalmangel in den Griff bekommen hat. Müssen sich die Fahrgäste wieder auf eine höhere Zugausfallquote einstellen?“ fragt Zschiesche.

Ärgerlich für Bahnfahrer: Bei Verspätungen der Nordwest-Bahnen warten Züge der Bahn nicht – das hat Pro Bahn-Vorstandsmitglied Jens-Uwe Carstens am Samstag in Oldenburg erlebt: Er wollte um 12.36 Uhr die Nordwest-Bahn Richtung Wilhelmshaven nutzen – der Zug traf mit einer Verspätung von 6 Minuten in Oldenburg ein. Doch weder der Regionalexpress 1 nach Hannover noch RE/IC 56 nach Norddeich warteten. „Anschlüsse leider verpasst“, so Carstens.

Die Bahn nach Wilhelmshaven habe Oldenburg dann mit einer Verspätung von 5 Minuten verlassen: „Das ist genau die Umsteigezeit, die den Fahrgästen zur RB 59 in Sande zum Umstieg zur Verfügung steht.“