Sande - Erneut haben dreiste Diebe bei der Skulpturengruppe vor dem Sander Rathaus zugeschlagen. Nachdem bereits August dieses Jahres eine Figur brachial aus ihrer Verankerung gerissen worden war, fehlt jetzt eine zweite Skulptur. Das jetzt entwendete Kunstwerk zeigt einen jungen Mann, der im angeregten und engagierten Gespräch mit seinem Gegenüber ist. Die Skulptur wurde in der Nacht von Mittwoch, 7. Dezember, auf Donnerstag, 8. Dezember, gestohlen.
Künstler betroffen
Der Wilhelmshavener Künstler Hartmut Wiesner, der die sieben Bronzekunstwerke geschaffen hat, ist tief betroffen: „Die Gruppe gehört zusammen, wenn eine Skulptur fehlt, ist das ganze Kunstwerk zerstört“, sagte er. Zudem fehle ihm jedes Verständnis für solchen Diebstahl: Einerseits sei der Materialwert gering, andererseits ließen sich solche Kunstwerke aufgrund ihres markanten Eindrucks ohnehin nicht verkaufen.
Polizei sucht Zeugen
Der Diebstahl wurde polizeilich aufgenommen, die Ermittlungen laufen noch, wie Pressesprecher Ole Peuckert auf Nachfrage mitteilte. Wer Hinweise geben kann, meldet sich bei der Polizei in Sande (
Die Skulpturengruppe entstand ursprünglich für das Bürgerhaus in Sande, für das 1992 der Grundstein gelegt wurde. Künstler Hartmut Wiesner hatte damals den Auftrag erhalten, unter dem Titel „Kommunikation“ eine Figurengruppe zu schaffen. Jede dieser Bronzeskulpturen hat eine enge Verbindung zu dem Künstler, denn inspiriert wurde er durch seine Familie oder durch Freunde. „Die Schwangere“, die im Sommer gestohlen wurde, ist zum Beispiel seiner damaligen Frau nachempfunden.
Schon mal gestohlen
Diese Figur war übrigens schon früher einmal gestohlen worden: In der Nacht vor der Eröffnung der Kunstinstallation in den 1990er-Jahren verschwand die Figur. Der Diebstahl wurde aber kurze Zeit später aufgeklärt. Fast 20 Jahre standen die sieben Kunstwerke dann vor dem Bürgerhaus. Seit sie einen neuen Platz vor dem Rathaus haben, an dem sie richtig zur Geltung kommen, scheint das Interesse der Diebe wieder geweckt zu sein.
Für die Gemeinde Sande bleibt nun zu überlegen, wie die Kunstwerke in den verschiedenen Ortsteilen besser gesichert werden können.
