Sande - Es ist Montagmorgen. Der Regen prasselt in Sande nur so vom Himmel. Doch seit kurzem bleibt am Bahnhof ein kleiner Fleck trocken: die neue Fahrradabstellanlage hat nun offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Überdacht und nur unter bestimmten Voraussetzungen zu öffnen, können hier ab sofort Fahrräder trocken und sicher abgestellt werden. „Räder müssen hier nicht mehr im Regen stehen“, freut sich Bürgermeister Stephan Eiklenborg.
Elektronischer Schlüssel
Wer sein Fahrrad in Zukunft in der neuen Fahrradabstellanlage unterstellen möchte, benötigt einen entsprechenden Transponder, erklärt Tobias Hartmann von der Gemeinde Sande. Mithilfe dieses elektronischen „Schlüssels“ – dieser wird so lange außen an ein gelbes Kontaktfeld gehalten, bis ein lautes Summen das Öffnen der Tür verkündet – kann die Abstellanlage betreten werden. 24 Stunden am Tag, an sieben Tagen in der Woche. Bewegungsmelder, die in den kommenden Tagen noch angeschlossen werden, sorgen für die nötige Beleuchtung am Abend.
Haben ihre Räder sicher untergestellt: (von links) Bürgermeister Stephan Eiklenborg, Karl-Heinz Fischer (Bürger aus Sande), Ratsherr Frank David und Ludger Spechtel (Bürger aus Sande)
Svenja Gabriel-Jürgens
Mit dem Transponder auf das Kontaktfeld: Tobias Hartmann von der Gemeinde zeigt, wie die Fahrradabstellanlage geöffnet wird.
Svenja Gabriel-JürgensErhältlich ist der Transponder gegen eine Kaution von 40 Euro bei der Gemeinde. Fünf Euro kostet dann der Stellplatz für einen Monat. „Das ist auch erstmal die Mindestlaufzeit“, erklärt Hartmann. Ein halbes Jahr lang wolle man nun beobachten, wie die Fahrradabstellanlage angenommen werde. Anpassungen, wie beispielsweise Kurzpark-Möglichkeiten, könnten dann eventuell ebenfalls eingeführt werden. „Wer möchte, kann aber auch gleich schon seinen Stellplatz für ein halbes Jahr mieten.“
Läuft der Vertrag für den Stellplatz aus, muss der Transponder innerhalb von drei Tagen wieder bei der Gemeinde abgegeben werden. Wird der elektronische Schlüssel verloren, kann dieser von der Gemeinde direkt gesperrt werden. So bleiben das eigene Fahrrad und die Räder der anderen Bürgerinnen und Bürger weiter sicher. „Wichtig ist nur, dass uns sofort Bescheid gegeben wird“, bittet Hartmann.
Noch sind nicht alle Transponder vergeben. Aber: „Es haben sich schon einige Interessenten bei uns gemeldet“, so Hartmann. Und schon an diesem Dienstag holen sich die ersten Bürger aus Sande ihren Transponder bei der Gemeinde ab.
Die Kosten
Bereits im Spätsommer 2020 hatte sich die Gemeinde Sande dazu entschieden, am Bahnhof eine Fahrradabstellanlage zu errichten. Insgesamt 70 000 Euro hat diese gekostet, 38 000 Euro stammen aus Bundesfördermitteln.
Platz bietet die Abstellanlage derzeit für bis zu 38 Fahrräder. Es bestehe allerdings die Möglichkeit, die Anlage bei Bedarf zu erweitern. „Wir hoffen auf viele Sander, die den Weg zum Bahnhof mit dem Fahrrad fahren“, so Bürgermeister Eiklenborg.
