Sanderbusch - Ein Fuchs pirscht durchs Unterholz und gibt beunruhigende Laute von sich. Eine Saatkrähe entdeckt ihn und warnt ihre Artgenossen: „Schnell weg, hier sind Fressfeinde. Wir müssen uns einen anderen Brutplatz suchen.“ So hatte Helmut Pieper aus Norden das Geschehen auf dem Gelände des Nordwest-Krankenhauses Sanderbusch festgelegt. Neben dem Fuchs wurden auch Uhus und Marder dort verteilt, außerdem Waschbären und sogar tote Krähen als Attrappe. Die Plastiknachbildungen von Fressfeinden der Saatkrähe gaben akustische Signale ab – die Krähen sollten sich in ständiger Gefahr fühlen, gefressen zu werden. Und das funktionierte.
Tüftler und Techniker Helmut Pieper hat sich die Vergrämung der geschützten Vögel gemäß EU-Naturschutzrichtlinie zur Aufgabe gemacht. „Das geht mit einem ordentlichen Krimi mit Täter, Opfern und Drehbuch“, berichtete er beim Projektstart. Über Lausprecher sandten seine Feind-Attrappen laute aus – der Uhu etwa rief „Das ist jetzt mein Revier, hier wohne ich.“ Hinzu kam dann ein Warnruf der Saatkrähe, der vor Gefahr warnte und die anderen Vögel zum Abflug bewegte. Die Warnrufe der intelligenten Vögel hat er durch intensive Beobachtung herausgefunden. Piepers Wissen über die Saatkrähen entspringt übrigens einem Zufall: Er kaufte ein Haus, das am Rand einer Saatkrähenkolonie lag. Ganz unfreiwillig wurde Pieper so Nachbar der Saatkrähe und beschäftigte sich alsbald mit ihrer Vergrämung. „Und zwar von der technischen Seite her“, erklärt er. Denn Pieper ist eben Tüftler und kein Biologe.
