Sande - Der Landkreis Friesland soll in Zukunft einer der Dreh- und Angelpunkt der Energiewende in Deutschland werden. Vor allem die Gemeinde Sande ist ein gefragter Standort für grüne Energie. Neben des geplanten Elektrolyseparks spielt auch die Windkraft in der Gemeinde eine große Rolle. Eigentlich sind in Sande neue Anlagen nur im dafür vorgesehenen Windpark erlaubt. Wegen eines im Februar beschlossenen Gesetzes muss die Gemeinde aber einen Plan B in der Hinterhand haben.
Gesetzgebung
Konkret handelt es sich dabei um das sogenannte Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG). Dieses soll die Transformation zu einer nachhaltigen und treibhausgasneutralen Stromversorgung fördern, die vollständig auf erneuerbaren Energien beruht. Das Ziel ist ein beschleunigter Ausbau der Windenergie. Für das Land Niedersachsen müssen bis zum 31. Dezember 2027 1,7 Prozent der Landesfläche für Windkraft zur Verfügung gestellt werden.
Privilegierung
Für den Landkreis beträgt das Teilflächenziel 0,78 Prozent. Allerdings wird dieses wohl mit den bereits bestehenden ausgewiesenen Flächen erreicht. Die Ausschlusswirkung der Gemeinde, dass nur innerhalb des Windparks neue Windkraftanlagen zulässig sind, gilt noch bis Februar 2024. Danach greift eine sogenannte Privilegierung. „Wenn kein öffentlicher Belang entgegensteht und die Erschließung gesichert ist, können Windenergieanlagen im gesamten Außenbereich genehmigt werden“, teilt die Verwaltung der Gemeinde mit. Dies gilt bis zum Erreichen des übergeordneten Ziels 2027. Danach entfällt eben jene Privilegierung wieder, neue Windräder sind dann also wieder nur in der dafür vorgesehenen Zone zulässig.
Zusammenarbeit
Um dem aber gerecht zu werden, hat Sande jetzt potentielle Vorzugsflächen ausgewiesen, insgesamt zehn Flächen wurden geprüft, sechs wurden am Ende nach Priorität unterschieden. Das Gebiet nördlich von Sande, Richtung Stadtgrenze zu Schortens, wurde mit der Priorität Eins versehen. Dort plant die Stadt Schortens bereits einen Windpark. „Das bietet sich an, da das gesamte Gebiet auch für Windkraft genutzt werden soll“, sagte Nadine Stamer, Leiterin der Bauverwaltung. Auch eine Kooperation mit Schortens sei möglich. „Damit es eine optimale Nutzung gibt“, sagte sie. Die ausgewiesene Fläche nördlich von Sande umfasst insgesamt 9,7 Hektar. Darüber hinaus wurde das 20,5 Hektar große Gebiet am Oberahmer Feld als potentielle Fläche für Windkraft identifiziert und mit der Priorität zwei versehen.
