Hooksiel - Das nachgebaute Wikingerschiff „Tyrkyr“, das seinen Liegeplatz am Alten Hafen in Hooksiel hat, ist gesunken. Als Michaela Hussmann und ihre Tochter Frida am Samstagmorgen zum Alten Hafen eilten, sahen sie von ihrer „Tyrkyr“ nur noch einen Teil des Mastes mit dem gerefften Segel an der Rahe sowie den typischen Drachenkopf des Wikingerschiffs aus dem Wasser ragen.
Gegen 7.30 Uhr hatte eine Spaziergängerin angerufen und von dem Malheur berichtet. Umgehend wurde auch die Wasserschutzpolizei aus Wilhelmshaven alarmiert. Die Beamten stellten fest, dass das motorgetriebene 14 Meter lange Boot keinerlei wassergefährdenden Betriebsstoffe an Bord gehabt hatte. Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen, was letztendlich zum Untergang des markanten Schiffes geführt hat, dürfte erst nach dem Heben der „Tyrkyr“ geklärt werden können.
Den ganzen Samstag über versuchten Mitglieder des Vereins „Historische Seefahrt“, der Eigner des Bootes ist, dieses mit Hilfe von Hebekissen und Pumpen zu liften. Zugute kam ihnen dabei, dass das Boot noch an den Festmacherseilen hing und deshalb nicht bis auf den Hafengrund gesunken war.
Michaela Hussmann war besonders beklommen, denn nach dem Ende der Ausfahrten hätte die „Tyrkyr“, die 25 Passagieren Platz bietet, in den nächsten Tagen ins Winterlager auf der Werft verlegt werden sollen. Seit 2016 erfreuen sich die Erlebnisfahrten mit diesem Schiff über das Hooksmeer großer Beliebtheit bei Touristen und auch Einheimischen.
Sollte sich jetzt herausstellen, dass die Schadensursache für einen Totalverlust sorgt, wäre das ein unersetzlicher Verlust, denn der Nachbau dieses Wikingerschiffes erfolgte anlässlich der „Expo am Meer“ 2000 in Wilhelmshaven mit Eichen aus der Region und wäre in der Form wohl nicht noch einmal zu erstellen.
Gleich mehrere Freizeitskipper lagen mit ihren Booten in der Nacht von Freitag auf Samstag im Hafen. Sie alle boten gleich Hilfe an. Nach ersten Erkenntnissen habe jedoch niemand von ihnen bemerkt, wann und wie das Boot unterging.
Es wurden allerdings im Hafen Überreste eines Trinkgelages bemerkt. Michaela Hussmann appelliert dringend an eventuelle Zeugen, sich bei der Polizei zu melden.
