Jever - Alva und Ida geben alles. Die beiden Sechsjährigen drehen abwechselnd mit allen Kräften an dem Holzgriff der Apfelpresse auf dem Gelände der Schlachtmühle in Jever. Gut befüllt mit kleinen, zuvor von einer Obstmühle zermahlenen Apfelstücken, ist das aber gar nicht so leicht. Erst ganz langsam tröpfelt unten der süße Apfelsaft in einen grünen Auffangeimer. Das spornt an. Immer weiter drehen Alva und Ida. So lange, bis aus den Tropfen ein kleines Bächlein wird – und schließlich versiegt. Ihr selbst hergestellter Apfelsaft ist fertig.
Bei strahlendem Sonnenschein durften am Wochenende allerdings nicht nur die beiden Sechsjährigen ihren eigenen Apfelsaft pressen. An der Schlachtmühle wurde zum alljährlichen Apfelfest und Tag des offenen Denkmals eingeladen. Edzard de Buhr vom Arbeitskreis Schlachtmühle freute sich am Sonntagnachmittag über die zahlreichen Besucher. „Wir wollen den Kindern das alte Handwerk näherbringen. Ich bin begeistert, dass so viele hier mitmachen“, so de Buhr.
Drehen kräftig an der Obstmühle: Ida (von links) und Alva
Svenja Gabriel-Jürgens
An der Apfelpresse: Während Alva (Mitte) kräftig dreht, beobachtet Ida (rechts), ob der Apfelsaft schon fließt.
Svenja Gabriel-Jürgens
Die Apfelreste
Svenja Gabriel-Jürgens
Haben Spaß beim Töpfern mit Elmar Böckenholt (hinten): Jasmin (von links) mit ihren beiden Kindern Annkatrin (2) und Konstantin (6)
Svenja Gabriel-Jürgens
Haben Spaß am Pfannkuchenstand: (von links) Annelie Bury, Crista Liesen, Gesa von Grumbkow und Edzard de Buhr
Svenja Gabriel-Jürgens
Nicht nur Äpfel: Ute Goos verschenkt Kochbirnen.
Svenja Gabriel-Jürgens
Das Apfelfest bei der Schlachtmühle in Jever
Svenja Gabriel-JürgensUnd tatsächlich wurde den Besuchern beim Apfelfest einiges geboten. Während Annelie Bury und Crista Liesen am Pfannkuchenstand fleißig die Pfannenwender schwangen und Apfelpfannkuchen oder die herzhaftere Variante mit Speck und Schmalz servierten, fanden außerdem Führungen durch die Schlachtmühle statt. In der Töpferei erwartete Kinder und Erwachsene Hobbytöpfer Elmar Böckenholt. Hier durften sich Interessierte gleich selbst ausprobieren und aus Ton eigene Werke kreieren. „In vier Wochen sind die Sachen dann fertig und können pünktlich zum Graupenfest bei uns abgeholt werden“, so Böckenholt.
Ebenfalls selbst ausprobieren durften sich Kinder und Erwachsene beim Herstellen von Springseilen. „Wir verwenden seit gut drei Jahren keine Kunstfasern mehr, sondern Sisal“, erklärten Reinhold Glam und Bernd Liesen. Bei Sisal handelt es sich um eine Naturfaser, „das wird also ein nachhaltiges Springseil für Kinder“, so Liesen. Durch das Zusammendrehen einzelner Fäden entsteht das Springseil.
Dass das Apfelfest auch in diesem Jahr ein voller Erfolg war, bestätigen auch Alva und Ida. „Das macht Spaß“, waren sich die beiden Mädchen einig.
