Jever - „Schneechaos – nichts ging mehr“ stand vor fast genau 22 Jahren auf der Titelseite des Jeverschen Wochenblatts. Damals herrschte Ausnahmezustand in Friesland, der starke Schneefall und die orkanartigen Böen legten vor allem in den ländlichen Gebieten den Verkehr lahm. Daran hat jetzt Wochenblatt-Leser Konrad Lappe erinnert, der zwei Artikel aus der Zeit entdeckt hat. „Die mehrstündigen Autofahrten, die man damals von Jever nach Wittmund brauchte, brachte sogar die Tagesschau“, erinnert er sich.
„Seit drei Uhr nachts waren die Räumfahrzeuge pausenlos im Einsatz, doch gegen die enormen Schneemassen und die hohen Verwehungen, die bis zu Höhen von über einem Meter anwuchsen, konnten Mensch und Maschine kaum arbeiten“, steht in dem Artikel von Dienstag, 20. März 2001. Stundenlang blieben damals Busse und Autos im Schnee stecken, da Räumfahrzeuge nicht schnell genug vor Ort sein konnten: „Besonders schlimm war die Situation im Wangerland – hier war die Verkehrslage zum großen Teil katastrophal.“
Bei Mederns versackte damals ein 30-Tonner mit Schweinen in der Berme. „Ein Schulbus mit sieben Kindern wurde zwischen Hohenkirchen und Wiarden bei Rhaude von einer Windböe erfasst und in den Graben gedrückt.“ Verletzt worden ist niemand. Allerdings konnten die Kinder nicht aus dem Bus heraus, ist dem Artikel vor 22 Jahren zu entnehmen. So musste die Polizei die Fenster einschlagen, damit die Insassen herausklettern konnten.
Konrad Lappe selbst stand damals, am 21. März, namentlich in der Zeitung, weil er sich in einem Leserbrief bei hilfsbereiten Landwirten aus dem Wangerland bedankt hatte. „Stellvertretend für sicherlich viele Helfer möchte ich hier den Landwirt Hartwig Harms aus Groß Werdum und Johann Janßen aus Altgarmssiel nennen: Auf der Strecke Hohenkirchen-Altgarmssiel haben sie viele Autos aus den Schneewehen gezogen, darunter einen Schulbus. Vielen Dank!“, schrieb Lappe damals.
