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Action, Chillen, Verantwortung übernehmen: Was Schortens’ Jugendliche wollen

Schortens - Gekonnt ist gekonnt, aber manchmal landet man auch unsanft auf dem Hintern: Die Skateranlage in der Hohen Gast ist beliebter Treffpunkt der Jugendlichen aus dem Stadtkern, auf den Rampen und in der Halfpipe wird gefahren, werden Tricks und Sprünge geübt. Gleich daneben gibts einen Basketballplatz und weiter vorne am Spazierweg einen Bolzplatz und ganz hinten in der Ecke eine karg eingerichtet und mit Graffiti verzierte Holzhütte. Tische und Sitzgelegenheiten? Fehlanzeige.

Platz für die Jugend

Die öffentlichen Plätze für Jugendliche in Schortens sind rar gesät, viele Treffpunkte außerdem spartanisch ausgestattet oder renovierungsbedürftig: Schortens, Skateranlage Hohe Gast Roffhausen, Skaterplatz OlympiastraßeSillenstede, Jugendtreff am Moorhauser See Accum, Jugendtreff an der Accumer StraßeMiddelsfähr, Aktivspielplatz 

Überhaupt hat die im Grunde ganz gut ausgestattete Anlage schon bessere Tage erlebt: Die abgefahrenen Rampen müssten repariert werden, meint ein Jugendlicher. Das Basketballkorb fällt bald auseinander, meint ein anderer. Und ein zweiter Korb auf der gegenüberliegenden Seite wäre auch nicht übel. Fußball spielt man ja auch nicht nur auf ein Tor.

Wenn es Ärger gibt

Das größte Problem aber ist: Auf und rund um die Anlage gibt es häufiger Ärger. Mal beschweren sich Anwohner, die sich vom Bewegungsdrang der Jugendlichen und den damit verbundenen Geräuschkulissen und Hinterlassenschaften gestört fühlen, mal kommt es durch unbekannte Dritte auf der Anlage zu Vandalismus. Es gibt also viel Gesprächsbedarf. Daher haben sich die Jugendlichen, die die Skateranlage oft als Treffpunkt nutzen, am Dienstagabend vor Ort mit dem Bürgermeister, Anwohnern und Vertretern aus dem Stadtrat getroffen. Initiiert und organisiert hatte das Treffen die Leiterin des Schortenser Jugendzentrums, Sandra Gudehus.

Welche Wünsche die Jugendlichen haben, welche Erwartungen und Möglichkeiten die Stadt und die Politik hat und wie alle am besten miteinander klarkommen, darum ging es bei dem Treffen auf der Skateranlage, dem zum Ende der Sommerferien ein nächstes Treffen folgen soll.

Der harte Kern an Jugendlichen, die die Anlage ziemlich regelmäßig nutzen, ist zwischen 15 und 22 Jahre alt, Als Sprachrohr haben sich Toni Riedel (19) und Tim Niklas Hering (17) hervorgetan. Im Gespräch mit den Ratsvertretern sprechen sie an, dass bei Problemen „nicht immer die Schuld sind, die gerade da sind.“ Nicht DIE Jugendlichen, sondern einzelne seien es, die sich nicht an regeln halten.

Ein weiterer Punkt, gerade an heißen Sommertagen: „Eine kurze Abkühlung im nahe gelegenen Gaster See wäre cool“, sagt Toni Riedel. Aber baden ist dort nicht erlaubt.


Für Platz verantwortlich

Insgesamt ist der Wunschzettel gar nicht so groß: Hier und da noch eine Bank mit Rückenlehnen, auf der man mal sitzen kann, Ebnen des holprigen Fußballplatzes, Erneuerung von Skaterelementen und eine kleine Tribüne – da ließe sich zusammen mit Bauhof und in Eigenleistung sicher einiges bewerkstelligen. Auch ein weiterer Treffpunkt in Oestringfelde scheint nötig.

Die Politik zeigte sich verständig, fordert aber auch einiges ein. So wollen die Jugendlichen eine Reinigungsaktion organisieren, um den Platz sauber zu bekommen. Ein immer wiederkehrendes Problem sind Glasscherben auch im Gras. Insgesamt soll die Vernetzung, auch mit den jeverandern und den dortigen Skate-o-Faris besser werden. Für die Hohe Gast aber signalisierten die Jugendlichen: „Wir fühlen uns für diesen Platz verantwortlich. Man solle sie direkt ansprechen, wenn etwas nicht läuft.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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