Schortens - Erstmals war eine Gruppe vom Pflegebutler in Schortens zu Gast beim Heimatverein. Die Idee dazu hatte Betreuungskraft Daniela Schölzel, seit Dezember 2021 in dem Seniorenheim tätig. Die Gäste erkannten einige Exponate der „Bauernstube“, so etwa die Schnippelbohnenmaschine, und fanden sich auf Fotos im Kalender des Heimatvereins.

Die Gäste erzählten aus ihren Erinnerungen, angeregt durch die Exponate der Ostdeutschen Kultur- und Heimatstiftung im Heimathaus. Eine Teilnehmerin erinnerte sich an die Schöfel, die ein sowjetischer Kriegsgefangener ihr in Sande herstellte. Als ihr Vater später in Sibirien in Gefangenschaft kam, sei dieser ehemalige Kriegsgefangene dort Aufseher gewesen.

Ihre Platznachbarin berichtete vom Kriegsgefangenenlager Sande und den Kartoffeln aus dem Offiziersheim, die den Gefangenen gebracht wurden, obwohl bei Wiederholung Erschießung drohte.

Einige der Gäste erinnerten sich an Sirenenalarm, an Nächte, in denen sie angekleidet ins Bett und später in den Bunker gingen, an Brandbomben und das Aufräumen nach dem Angriff. „Wir haben in Sande einiges abgekriegt, was wohl für Wilhelmshaven bestimmt war“, sagte eine Seniorin. Einige Gäste äußerten Furcht vor einem dritten Weltkrieg. Aber auch schöne Erinnerungen gab es, etwa an Gastwirtschaften und Geschäfte. Johannes Peters, selbst Autor im Historien-Kalender, sprach über sein Vorhaben, diesen in Regie des Heimatvereins fortzuführen.