Schortens - Kaum Platz, zu wenig Beleuchtung und keine zweite Zufahrt. Die Liste an Mängeln am Feuerwehrhaus in der Plaggestraße der Feuerwehr in Schortens ist lang. Das aus dem Jahre 1996 stammende Gebäude entspricht schon lange nicht mehr den Anforderungen einer heutigen Feuerwache.
An- und Abfahrtswege
Nur eine Zufahrt gibt es zur Feuerwache. Was auf den ersten Blick nicht problematisch erscheint, kann im Ernstfall richtig gefährlich werden. „Wir fahren in die gleiche Einfahrt ein, in die andere im Alarmfall schon rauskommen“, erklärt Ortsbrandmeister Daniel Hofsommer bei einem Ortstermin. Laut Vorschrift müssen An- und Abfahrt kreuzungsfrei sein. Einsatzkräfte sollten also möglichst nicht durch ausfahrende Fahrzeuge gefährdet werden. Eine zweite Zufahrt zum Gebäude sei daher dringend notwendig.
Beleuchtung
Auch die Beleuchtung des Gebäudes ist nur dürftig. Zwar habe man bereits Vorkehrungen getroffen, doch vollständig ausgeleuchtet ist zum Beispiel der Vorplatz bei vollständiger Dunkelheit nicht.
Umkleiden
Richtige Umkleiden gibt es im Feuerwehrhaus gar nicht erst. „Es gibt kaum genügend Platz, um die Ausrüstung aufzuhängen“, erklärt der stellvertretende Ortsbrandmeister Dirk Heuer und zeigt dabei auf seinen Spind. Nur mit Mühe passen die großen, schweren Jacken in den Schrank.
Nicht nur die Größe der Schränke sei ein Problem. „Wir ziehen uns direkt hinter den Fahrzeugen um, im Sommer ist das kein Problem, aber im Winter wird es wirklich kalt“, so Heuer. Eine sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung, also die Trennung von verschmutzter Einsatzkleidung und Privatkleidung sei schlicht nicht möglich. Dabei gehöre dies zum Mindeststandard von Feuerwehrhäusern. Und wird die Kleidung im Einsatz nass, gibt es aktuell kaum Möglichkeiten, diese ausreichend zu trocknen. Für die knapp 70 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Schortens ist die Situation schwierig. Zwar habe jeder von ihnen Platz, mehr Mitglieder dürften es aktuell aber nicht werden. „Wir sind voll“, sagt Hochsommer.
Atemschutz
Voll ist es auch im kleinen Raum neben der Fahrzeughalle. Hier reinigen die Einsatzkräfte ihre Atemschutzgeräte. Doch mehr als drei Geräte gleichzeitig lassen sich hier kaum instand halten, erklärt Heuer und zeigt auf die zahlreichen Getränkekisten. „Das ist hier kein Getränkelager, aber die Einsatzkräfte müssen gerade nach langen Einheiten mit Atemmasken viel trinken.“ Eine andere Möglichkeit für die Lagerung gebe es nicht.
Waschhalle
Besonders knapp ist der Platz in der Waschhalle. Hier werden nicht nur die Fahrzeuge gereinigt, auch die Jugendfeuerwehr mit 18 Mitgliedern hat hier ihre Umkleide. Optimal sei dies nicht, meint Hofsommer.
Das sagt die Stadt
Dass dringend Handlungsbedarf besteht, weiß auch die Stadt Schortens. „Dieses Gebäude entspricht nicht mehr den heutigen Standards“, sagt Thomas Berghof, Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales. Man arbeite eng mit den Einsatzkräften zusammen, um schnellstmöglich eine Lösung zu finden. Doch das sei gar nicht so einfach.
Aktuell überprüfe man in einer Machbarkeitsstudie alle möglichen Schritte. „Die Anforderungen an eine Feuerwehrwache sind stark angestiegen“, sagt Bauamtsleiter Andreas Büttler. Ob sich eine Sanierung des Gebäudes überhaupt lohnt, hänge nicht nur von den Kosten ab. „Ist es überhaupt möglich, eine zweite Zufahrt zu schaffen? Solche Schritte werden wir nun prüfen“, sagt Büttler. Doch das wird dauern.
Was sich die Mitglieder der Feuerwehr wünschen? „Mehr Platz“, antwortet Hofsommer. Dabei spiele es keine Rolle, ob es beim alten Standort bleibt oder nicht. „Schön wäre es, wenn wir in fünf Jahren nicht wieder hier stehen und über solche Dinge sprechen müssen“, sagt Hofsommer. Dem stimmt Berghof zu. Welche Lösung auch immer gefunden werde, sie soll nachhaltig sein.
